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Zum Sinn sittlicher Forderungen

Buch, Alois Joh.

Ethische Reflexion läßt angesichts komplexer und vielgestaltiger Begründungsprobleme wie ebensolcher Herausforderungen konkreten Handelns – anschaulich gerade in medizinischen Handlungsfeldern – der Sachgerechtigkeit wegen offenbar oftmals nur die Alternative zu: entweder Prinzipielles zu bedenken oder Konkretem nachzugehen. Eine Brücke zwischen beiden kann die von Nicolai Hartmann in seiner Zeit und im Kontext seines philosophischen Denkens vorgelegte »Grundfrage nach dem Sinn sittlicher Forderungen« bilden. Diese nämlich sei »identisch« mit jener, »was es … damit« sei, »daß wir sittliche Wesen sind.«

Bericht über den 10. FEAMC-Kongress in Bratislava vom 1. Juli bis 4. Juli 2004

Giertler, R.

An dem Kongress, der unter dem Motto "Neue Herausforderungen für Medizin und Gesundheitsfürsorge in Europa" stand, nahmen 250 Ärztinnen und Ärzte aber auch Psychologen und Theologen aus zahlreichen europäischen Ländern teil. Schwerpunktmäßig setzte sich der Kongress mit Fragen der Genetik und der menschlichen Reproduktion, mit Problemen der Pädiatrie unter Berücksichtigung der Rechte des Kindes sowie mit ethischen und juristischen Aspekten der Palliativmedizin, der Geriatrie und Psychiatrie auseinander. In vielen Beiträgen wurde dabei die Verantwortung des katholischen Arztes besonders herausgestrichen.

Franz-Josef Bormann/Christian Schröer (Hrsg.), Abwägende Vernunft. Praktische Rationalität in historischer, systematischer und religionsphilosophischer Perspektive, Berlin/New York (Walter de Gruyter) 2004, 832 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Das Anliegen dieses Bandes ist es, angesichts der »veränderten Handlungsmöglichkeiten in der modernen Gesellschaft« und im Hinblick auf das »Aufbrechen neuer moralischer Konflikte« den durch Friedo Ricken vorgezeichneten »Ansatz einer Ethik der abwägenden Vernunft […] auszuleuchten « (VII). Dies betrifft ausdrücklich prinzipielle ethische Fragen wie Entscheidungsprobleme in spezifischen Handlungsfeldern, zugleich bleibt in aller Vielgestaltigkeit der Abwägungsformen – besonders bezüglich der in rational ausgewiesener ethischer Abwägung stets geforderten »Stellungnahme zum Ganzen menschlicher Praxis« – auch die unverzichtbare »existentielle und religiöse Dimension« (VIII) solcher Ethik im Blick. Dieses anspruchvolle Programm wird von einer durchaus internationalen Autorenschaft in drei Teilen präsentiert: ›Abwägende Vernunft‹ 1. in der antiken und mittelalterlichen Ethik, 2. in der neuzeitlichen und gegenwärtigen Ethikdiskussion sowie 3. im Kontext von Religion.

Das Heil der Kranken

Splett, Jörg

Immerfort vergeht Altes und beginnt Neues. Doch gibt es Zeiten, in denen der Wandel besonders weit- und tiefreichend erfahren wird. Statt gleitender Übergänge hat man es mit Abbrüchen und Aufbrüchen zu tun. Dabei können die Aufbrüche im Vordergrund stehen, wie zu Beginn von Neuzeit und Moderne, oder die Abbrüche, wie es eher heute zu sein scheint. – Phasen des Aufbruchs stehen in der Gefahr, das Alte abzutun und wegzuwerfen; Phasen des Abbruchs in der, sich an das Alte zu klammern. Drohten dort Übermut und Tollkühnheit, so herrschen hier Besorgnisse und Ängste.

Christa Wewetzer/Thela Wernstedt (Hrsg.), Spätabbruch der Schwangerschaft. Praktische, ethische und rechtliche Aspekte eines moralischen Konflikts, Frankfurt a. M. (Campus) 2008 (Kultur der Medizin; Bd. 25), 253 Seiten.

Graumann, Sigrid

Zu der aktuellen politischen Diskussion über späte Schwangerschaftsabbrüche liegen im Vergleich zu früheren Diskussionen über den Schutz des ungeborenen Lebens etwa bezüglich der Präimplantationsdiagnostik oder der embryonalen Stammzellforschung nur wenige Publikationen aus der Medizinethik vor.