Alzheimer-Demenz

Ausgabe: 1/2005
(nur Online verfügbar)

51. Jahrgang

Jahrgang: 2005

Inhalt: Ausgabe

Alzheimer-Krankheit. Symptomatik, Diagnose und Therapie

Diehl, Janine • Först, Hans • Kurz, Alexander

Die Alzheimer-Krankheit stellt die häufigste Ursache für eine Demenz dar. Klinische Symptomatik, das Profil der neuropsychologischen Defizite und der Verlauf sind relativ typisch. Standardisierte neuropsychologische Tests und bildgebende Untersuchungen erleichtern die Diagnostik und die differentialdiagnostische Abgrenzung.

Alter, Krankheit und Demenz. Historische Anmerkungen zu einem aktuellen Thema

Schäfer, Daniel • Karenberg, Axel

Altersdemenz ist ein Thema, mit dem sich Kultur und Medizin nicht erst in den letzten hundert Jahren seit Alois Alzheimers Entdeckung befassten – das dokumentiert schon die Begriffsgeschichte. Aufgrund klinischer Beobachtungen und vor dem Hintergrund unterschiedlicher Alterskonzepte (u. a. Defizit-, Überfluss-, und Umweltmodelle) entwickelte die Heilkunde seit der Antike trotz idealistischer Gegenströmungen verschiedene Vorstellungen, wie dieses und andere Leiden im greisen Organismus entstehen und therapiert werden können. Dabei dominierte im 18. Jahrhundert für kurze Zeit die Vorstellung einer umfassenden »Krankheit Alter«, die geistige und körperliche Gebrechen gleichermaßen erklärte. Doch erst die stürmischen Fortschritte der Hirnpathologie schufen um 1900 die Grundlagen für das moderne biologische Verständnis.

Alzheimer-Demenz. Perspektiven einer integrativen Demenz-Ethik

Wetzstein, Verena

Die Zahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen und Beiträge zum Thema Alzheimer-Demenz hat in jüngster Zeit stetig zugenommen. Dem entspricht eine unübersehbar zunehmende Präsenz des Themas in der breiten Öffentlichkeit. Dabei wird der gegenwärtige öffentliche Diskurs von einem bestimmten Konzept der Demenz dominiert.

Lebensqualität demenzkranker Menschen

Kruse, Andreas

Infolge der für dementielle Erkrankungen charakteristischen Einbußen der kognitiven Leistungsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit werden in Pflegekontexten die Individualität der Bedürfnisse und des Erlebens der Patienten sowie die auf dieser Individualität gründenden Möglichkeiten einer Erhöhung von Lebensqualität nicht immer ausreichend differenziert wahrgenommen. Im Anschluss an eine Übersicht über Prävalenzraten, unterschiedliche Formen der Erkrankung, Symptomatik, Verlauf und therapeutische Strategien wird im vorliegenden Beitrag zunächst ein umfassendes, multidimensionales Verständnis von Lebensqualität expliziert. Im Anschluss daran wird die Analyse mimischer Ausdrucksmuster als ein möglicher Zugang zum individuellen Erleben von Menschen mit fortgeschrittener dementieller Erkrankung vorgestellt. Ergebnisse einer empirischen Studie zeigen, dass es in vielen Fällen möglich ist, Situationen positiver und negativer Valenz zu identifizieren und in ihrer Auftretenshäufigkeit zu beeinflussen.

Lernen der Pflege von Menschen mit Demenz bei Alzheimer-Krankheit. Anforderungen an die Qualifikation professioneller Helferinnen und Helfer

Schwerdt, Ruth

Personen mit Demenz bei Alzheimer-Krankheit weisen eine besondere Vulnerabilität auf. Damit sie die Autonomie des Augenblicks entfalten können, die ihnen geblieben ist, brauchen sie ein angemessen anregendes Milieu und eine angemessene pflegerische Betreuung. Experten in der Pflege zeigen ein qualitatives klinisches Urteilsvermögen und ein moralisches Urteilsvermögen, das sie im Interesse des Individuums mit Pflegebedarf einsetzen.

Die Arbeit einer Memory-Clinic

Preiter, Markus

Der Mann: Nur sehr widerwillig war er mitgekommen. Nur weil Margret so gedrängt und immer wieder darauf bestanden hatte zum »Spezialisten« zu gehen, hatte er sich heute hierher schleppen lassen. Sie war überhaupt merkwürdig geworden in letzter Zeit, immer hatte sie etwas an ihm auszusetzen, »tu dies, tu das«, den ganzen Tag schickte sie ihn von hier nach da, bevormundete ihn, behandelte ihn wie ein kleines Kind.

Autofahren und Demenz vom Alzheimer Typ

Püllen, Rupert • Halter, Hans • Schönhof, Bärbel

Es geht um einen 72-jährigen Patienten, der alleine in einem Haus in ländlicher Umgebung lebt. Seine Ehefrau ist vor sechs Jahren verstorben. Er hat eine Tochter, die mehrere hundert Kilometer entfernt wohnt und nur wenige Male pro Jahr zu Besuch kommt.

Barmherzigkeit des Heiligen

Splett, Jörg

1. Aufglanz der Wahrheit: Herrlichkeit
Herrlichkeit ist der Titel, unter den Hans Urs von Balthasar seine theologische Ästhetik gestellt hat und deren fünf bzw. sieben Bände den ersten Teil seiner großen Theologie bilden. Griechisch heißt es doxa, klassisch: Meinung, Anschein. Später wird daraus der Aufschein und die gute Meinung, die andere von jemandem haben: Ehre, Ruhm; lateinisch: gloria.

Rudolf Kautzky, Euthanasie und Gottesfrage. Medizinethische Texte und theologische Provokationen, hg. und mit einer Einleitung versehen von Siegfried Scharrer, Stuttgart (Radius) 2004, 357 Seiten.

Scholz, Ruth

Die Diskussion bioethischer Fragen ist derzeit aktueller denn je. Eine Fülle von Veröffentlichungen erscheint auf dem Markt, zu Fragen der Gentechnologie und Embryonenforschung, der Organtransplantation, der Euthanasie und weiterem mehr. Man hat jedoch oft das Gefühl, die Diskussion um diese Fragen sei erst in den letzten höchstens 30 Jahren entbrannt.

Claudia Wiesemann/Andrea Dörries/Gabriele Wolfslast/Alfred Simon (Hg.), Das Kind als Patient. Ethische Konflikte zwischen Kindeswohl und Kindeswille, Frankfurt a.M. u. a. (Campus) 2003 (Kultur der Medizin; Bd. 7), 332 Seiten.

Höver, Gerhard

Wenn von ethischen Konflikten zwischen Kindeswohl und Kindeswille die Rede ist, geht es meist um die kontrovers diskutierte Frage der Forschung an nichteinwilligungsfähigen Personen bzw. der Forschung mit Minderjährigen.

Thierry Collaud, Le statut de la personne démente. Eléments d’une anthropologie théologique de l’homme malade à partir de la maladie d’Alzheimer, Freiburg i. Ue. (Academic Press) 2003 (Etudes d’éthique chrétienne. Nouvelle série, vol. 1; zugl.: Fribourg, Univ., Diss.), 319 Seiten.

Wetzstein, Verena

Bereits heute leiden zahlreiche Menschen an einer Demenz. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich deren Zahl aller Voraussicht nach noch deutlich erhöhen. Die Rede von der »Volkskrankheit Alzheimer« macht die Runde. Für jeden Betroffenen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt sind damit zahlreiche Probleme verbunden.

Georg Marckmann (Hg.), Gesundheitsversorgung im Alter. Zwischen ethischer Verpflichtung und ökonomischem Zwang, Stuttgart (Schattauer) 2003, 240 Seiten.

Rauprich, Oliver

Viele moderne Gesellschaften sind in einem demographischen Wandel begriffen, dessen Ausmaß und Konsequenzen in jüngerer Zeit zunehmend ins öffentliche Bewusstsein rücken. Aufgrund steigender Lebenserwartungen und sinkender Geburtenraten altern die Gesellschaften in zweifacher Weise: Die Alten werden immer älter und die Jungen immer weniger.

Iris Pinter, Einflüsse der christlichen Bioethik auf die deutsche Humangenetik-Debatte, Münster (Lit) 2003 (Forum Religion und Sozialkultur, Abt. B, Profile und Projekte; Bd. 17), 138 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Der Theorie-Teil dieser politikwissenschaftlichen Arbeit greift auf das von P. A. Sabatier entwickelte ›Advocacy-Koalitionsmodell‹ zurück; dieses wird – besonders im Hinblick auf die Zuordnung von Positionen zu einem ›belief system‹ und daran orientierten, relativ stabilen Koalitionen von Akteuren – einleitend dargestellt, da es um die Beschreibung und Analyse der Einflüsse von »Akteuren der christlichen Bioethik« (12) im politischen Feld geht.

Eckart Klein/Christoph Menke (Hg.), Menschenrechte und Bioethik, Berlin (BWV – Berliner Wissenschafts-Verlag) 2004 (Menschenrechtszentrum der Universität Potsdam; Bd. 21), 245 Seiten.

Splett, Jörg

Schon in der Einleitung der Herausgeber heißt es (8), dass nach »einem weit geteilten Verständnis « Menschenrechte sich »auf den Status von Wesen in einem Verhältnis wechselseitiger sozialer Anerkennung [beziehen]. Dazu müssen sie Personen sein, so dass mithin Rechte nur Wesen zukommen können, die grundsätzlich dazu befähigt sind, Personen sein zu können.