Plastische und ästhetische Chirurgie

Ausgabe: 2/2006

52. Jahrgang

Jahrgang: 2006

Inhalt: Ausgabe

Ästhetische Chirurgie. Ethische Aspekte aus Sicht des Facharztes für Plastische Chirurgie

Stark, G. Björn

Die Ästhetische Chirurgie als Teil der Facharzttätigkeit des Plastischen Chirurgen befasst sich mit der Verbesserung des Erscheinungsbildes und der Korrektur natürlicher oder fortgeschrittener Alterungsprozesse bei ansonsten körperlich gesunden Patienten. Dies erfordert neben operativ-technischer Beherrschung der Eingriffe, individueller Alternativen und möglicher Komplikationen auch eine besonders sorgfältige Indikationsstellung. Hierbei sind insbesondere psychologische Aspekte zu berücksichtigen und eine offene und schonungslose Information des Patienten erforderlich. Die derzeitige Situation in Deutschland ist gekennzeichnet durch mangelnde Transparenz und ökonomisch motivierten sich ausbreitenden Wildwuchs.

Ästhetik und Schönheit. Historische und aktuelle Aspekte des Schönheitswahns

Bergdolt, Klaus

Die Sehnsucht des Menschen nach körperlicher Schönheit stellt ein uraltes Phänomen der Kultur- und Mentalitätsgeschichte dar. In der griechischen Antike gab es bereits Anzeichen eines normierten Schönheitsbegriffs, der sich an den in der Malerei und Bildhauerkunst gültigen Proportionen orientierte und hässliche und behinderte Menschen benachteiligte.

»Eine höchst wohlthätige Bereicherung unserer Kunst« – Plastische Chirurgie in medizinhistorischer Perspektive

Leven, Karl-Heinz

Ausgehend von der Kunst, verlorene oder verletzte Nasen zu ersetzen bzw. wiederherzustellen, entwickelte sich seit der frühen Neuzeit die plastische Chirurgie (seit 1838 mit diesem Begriff bezeichnet). In der Epoche der naturwissenschaftlichen Medizin beschleunigten sich die technischen Innovationen.

Die ästhetische Chirurgie. Eine Skizze der ethischen Probleme

Wiesing, Urban

Der Artikel versucht in einer Übersicht, Antworten auf folgende Fragen zu skizzieren: Ist kosmetische Chirurgie grundsätzlich zulässig? Welche ästhetischen Operationen sollten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden? Wie verhält es sich in diesen Fragen bei Kindern und Jugendlichen? Welche Verantwortung obliegt den Anbietern?

Plastische Chirurgie. Grundlagenbeitrag aus der Sicht der Psychologie

Dorfmüller, Monika

Plastische Chirurgie setzt sich aus vier Säulen zusammen: der rekonstruktiven Chirurgie, der Handchirurgie, der Verbrennungschirurgie und der ästhetischen Chirurgie. In die interdisziplinären Behandlungskonzepte werden heute psychosoziale Aspekte sinnvollerweise integriert, eine ganzheitliche Sicht des Menschen favorisiert.

Wie Medizin und Heilsein wieder verwischen. Ethische Plausibilisierungsmuster des Ayurveda im Westen

Koch, Anne

Ein Aspekt im Umbruch der deutschen Medizinlandschaft wird auf veränderte Überzeugungen zu Krankheit und Heilsein zurückgeführt. Beschreibungsebene dieses Wandels sind die Plausibilisierungsmuster von rhetorischen Strategien bis hin zu ästhetischen Selbstdarstellungen im Sektor »Alternativmedizin«. Am Beispiel des Ayurveda und einer neureligiösen Gruppe werden wichtige Attraktoren und Prozesse der Glaubhaftmachung eines anderen Heilwissens aufgedeckt.

An-Blick des Schönen: Zum Dienst der Kunst

Splett, Jörg

»Schönheit« wie »Dienst« sind heute eher Reizworte, auch und gerade im Zusammenhang mit »Kunst«. Darum seien sie hier erwogen. Vorweg muss allerdings klar sein, dass eine dienstverpflichtete Kunst mit der Freiheit ihr Leben verliert.

Die Begründung eines umfassenden Klonverbotes im Verfassungs-, Europa- und Völkerrecht Zu einer neueren Veröffentlichung von Jens Kersten

Kersten, Jens • Vöneky, Silja

1. Einleitung Das Thema des von Jens Kersten vorgelegten Buches über das Klonen von Menschen in verfassungs-, europa- und völkerrechtlicher Perspektive war reif für eine vertiefte Untersuchung.

Julian Nida-Rümelin (Hrsg.), Angewandte Ethik. Die Bereichsethiken und ihre theoretische Fundierung. Ein Handbuch, Stuttgart (Alfred Kröner) 22005, 933 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Die Neuauflage dieses erstmals im Jahr 1996 erschienenen Handbuchs wurde Hrsg. zufolge vor allem zur Aktualisierung der Beiträge und Literaturangaben genutzt, außerdem zur Beifügung eines Sachregisters, welches das zuvor bereits bestehende Personenverzeichnis ergänzt.

Oliver Rauprich/Florian Steger (Hrsg.), Prinzipienethik in der Biomedizin. Moralphilosophie und medizinische Praxis, Frankfurt a.M. (Campus) 2005 (Kultur der Medizin; Bd. 14), 487 Seiten.

Honecker, Martin

Die 20 Beiträge des Sammelbandes zur Prinzipienethik in der Biomedizin diskutieren den in den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts von den amerikanischen Biomedizinern Tom L. Beauchamp und James F. Childress in ihrem Werk Principles of Biomedical Ethics eingeführten Ansatz.

Carl Elliott, Better than well. American medicine meets the American Dream, New York (Norton) 2003 (gebunden)/2004 (Taschenbuch), 384 Seiten

Synofzik, Matthis

Das Angebot an so genannten »Enhancement-Technologien« wird immer vielfältiger. Psychopharmaka, Schönheitsoperationen oder Anti-Aging-Medizin sollen zunehmend auch diejenigen Zustände und Fähigkeiten verbessern, denen wir üblicherweise keinen klaren Krankheitswert zuordnen und die wir bislang zumeist als vorgegebene Eigenschaften unseres Körpers oder unserer Persönlichkeit akzeptiert haben.

Eve-Marie Engels/Elisabeth Hildt (Hrsg.), Neurowissenschaften und Menschenbild, Paderborn (Mentis) 2005, 256 Seiten

Wildfeuer, Armin G.

Die Neurowissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten die Erkenntnisse über das menschliche Gehirn enorm erweitert und zu einer großen Zahl von medizinischen Anwendungsmöglichkeiten geführt – sowohl mit Blick auf die diagnostischen Möglichkeiten als auch mit Blick auf die therapeutischen Eingriffsmöglichkeiten in die Funktionsweise des Gehirns.

Claudia Cardinal (Hrsg.), Sterbe- und Trauerbegleitung, Ein praktisches Handbuch, Düsseldorf (Patmos) 2005, 250 Seiten

Stock, Klaus

Ein neues Wort macht die Runde: Sterbeamme (Sterbegefährte). In der schier unüberschaubaren Bücherflut zu den Themen Sterben, Tod und Trauer sind die Worte Hospizhelfer oder -helferin bekannt.