Künstliche Ernährung

Ausgabe: 2/2010

56. Jahrgang

Jahrgang: 2010

Inhalt: Ausgabe

Künstliche Ernährung aus Sicht des Mediziners

Weitz, Gunther

Künstliche Ernährung sichert das Überleben in Fällen, in denen die normale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist. Im Gegensatz zur Flüssigkeitszufuhr ist die Zufuhr von Nährstoffen nicht täglich erforderlich und kann für längere Zeit unterbrochen oder unterhalb der Bedarfsgrenzen fortgeführt werden.

Künstliche Ernährung am Lebensende. Die Rolle der Pflegenden

Haas, Margit • Kohlen, Helen

Pflegende haben eine enge und vertrauensvolle Beziehung zu ihren schwerkranken Patienten und deren Familien im Versorgungsprozess am Lebensende. Dadurch werden sie bei diesen Patienten in komplexe ethische Entscheidungsfindungsprozesse zur künstlichen Ernährung und Flüssigkeitszufuhr involviert.

Flüssigkeit und Ernährung am Lebensende. Entscheidungsfindung und medizinisch-ethische Problembereiche

Lorenzl, Stefan

Mediziner sehen es als große ethische und klinische Herausforderung an, über künstliche Ernährung und Flüssigkeitsgabe bei Patienten zu entscheiden. Diese Entscheidung kann nur getroffen werden, wenn man über den Nutzen dieser Maßnahme und die klinischen Verläufe unterrichtet ist.

Bestandteil der Basispflege oder eigenständige Maßnahme? Moraltheologische Überlegungen zur künstlichen Ernährung und Hydrierung

Schockenhoff, Eberhard

Die künstliche Ernährung stellt eine besondere Herausforderung für die medizinische Ethik dar. Der Beitrag prüft zunächst die Gründe, die zugunsten der Annahme angeführt werden, dass die künstliche Ernährung als Bestandteil der jedem Patienten bis in die terminale Sterbephase hinein geschuldeten Basispflege gelten müsse.

Sondenernährung. Die Bedeutung evaluativer Vorstellungen eines guten Lebens für die Entscheidungsfindung

Synofzik, Matthis • Marckmann, Georg

Entscheidungen über eine Sondenernährung erfordern technische, evaluative und moralische Urteile. Oftmals werden diese verschiedenen normativen Dimensionen nicht expliziert und es kommt zu einer Vermischung unterschiedlicher Urteile, was dem Entscheidungsprozess die erforderliche Transparenz nimmt.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen der sogenannten künstlichen Ernährung

Tolmein, Oliver

Künstliche Ernährung ist nur zulässig bei medizinischer Indikation, nicht als Pflegeerleichterung. Da sie eine medizinische Behandlung darstellt, setzt sie eine Einwilligung voraus. Die Einwilligung hat bei selbst einwilligungsunfähigen Patienten nach den neuen betreuungsrechtlichen Vorschriften in der Regel durch den Betreuer zu erfolgen.

Bettina Schöne-Seifert, Grundlagen der Medizinethik, Stuttgart (Kröner) 2007, 227 Seiten

Wiesing, Urban

Das Fach »Medizinethik« hat in den letzten Jahren die typischen Merkmale einer Professionalisierung durchlaufen. Dementsprechend befindet sich mittlerweile eine stattliche Zahl von Lehrbüchern und Übersichten auf dem Markt. Darunter leider auch Werke von beklagenswerter Qualität. Das Buch von Bettina Schöne-Seifert gehört jedoch nicht zu dieser Kategorie.

Eva Birkenstock, Angst vor dem Altern? Zwischen Schicksal und Verantwortung, Freiburg i. Br. (Alber) 2008, 255 Seiten

Bozzaro, Claudia

Jeder will alt werden, keiner will alt sein. Vor dem Hintergrund dieses Paradoxons, das in Anbetracht des sich gegenwärtig vollziehenden demographischen Wandels einerseits und der Entwicklung und Verbreitung einer so genannten »Anti-Aging-Kultur« andererseits eine außerordentliche Verschärfung erfährt, beschäftigt sich der hier zu besprechende Band mit dem Thema Altern.

Michael Zichy/Herwig Grimm (Hrsg.), Praxis in der Ethik. Zur Methodenreflexion in der anwendungsorientierten Moralphilosophie, Berlin (Walter de Gruyter) 2008, 407 Seiten

Höver, Gerhard

Wenn das Spezifikum von Ethik darin zu sehen ist, dass sie auf Handeln bezogen ist, muss die Praxisreflexion konstitutives Moment des ethischen Denkens sein, und zwar insofern, als die Reflexion der Praxis nicht bloß im Sinne eines Genetivus obiectivus als theoretische Betrachtung »von außen« zu verstehen ist, sondern dass der Praxis selber schon eine Reflexivität eignet, die in vernunftkritischer Absicht explizit zu machen und begrifflich zu erfassen, zur Grundlegungsaufgabe von Ethik gehört.

Ilona Biendarra/Marc Weeren (Hrsg.), Gesundheit – Gesundheiten? Eine Orientierungshilfe, Würzburg (Königshausen & Neumann) 2008, 557 Seiten

Schäfer, Daniel

Das Thema Gesundheit boomt: Gegenüber den 1980er Jahren hat sich die Zahl der Publikationen zu diesem Thema mehr als verdoppelt, nicht zuletzt auch, weil sich dahinter ein verkappter euphemistischer Anglizismus (»Health care« auch im Sinne von Krankenbehandlung) verbirgt, der seit einiger Zeit auch das deutsche »Gesundheitswesen« prägt.

Regine Kollek/Thomas Lemke, Der medizinische Blick in die Zukunft. Gesellschaftliche Implikationen prädiktiver Gentests, Frankfurt a. M. (Campus) 2008, 372 Seiten

Rehmann-Sutter, Christoph

Dieses agendasetzende Buch zeugt von der engagierten interdisziplinären Kompetenz der Koautorin und des Koautors. Sie nehmen eine reflektierte Perspektive der neueren Wissenschafts- und Technikforschung ein, die weder technikdeterministisch noch einseitig sozialkonstruktivistisch denkt, sondern davon ausgeht, dass zwischen Technologie und Gesellschaft ein Koproduktionsverhältnis besteht. Die Texte sind durchweg gemeinsam verfasst und die Thesen gemeinsam getragen.

Jacob Copeman, Veins of Devotion. Blood Donation and Religious Experience in North India, New Brunswick u. a. (Rutgers University Press) 2009 (Studies in Medical Anthropology), 233 Seiten

Seele, Katrin

Jacob Copeman, Research Fellow der Social Anthropology am Jesus College der Cambridge University in England, behandelt in seinem aktuellen Buch die Zusammenhänge von Blutspende, Ethik und religiöser Praxis in Nordindien.

Jacob Copeman, Veins of Devotion. Blood Donation and Religious Experience in North India, New Brunswick u. a. (Rutgers University Press) 2009 (Studies in Medical Anthropology), 233 Seiten

Seele, Katrin

Jacob Copeman, Research Fellow der Social Anthropology am Jesus College der Cambridge University in England, behandelt in seinem aktuellen Buch die Zusammenhänge von Blutspende, Ethik und religiöser Praxis in Nordindien.

Gernot Böhme/William R. LaFLeur/Susumu Shimazono (Hrsg.), Fragwürdige Medizin. Unmoralische Forschung in Deutschland, Japan und den USA im 20. Jahrhundert, Frankfurt a. M. (Campus) 2008 (Kultur der Medizin; Bd. 23), 302 Seiten

Bruchhausen, Walter

Verbrecherische Humanexperimente gehören zugleich zu den Gründungsmythen wie den Tabuthemen der Bioethik. Dieser weiterhin aufschlussreichen Thematik galt ein verdienstvoller amerikanischer Tagungsband (W. R. La-Fleur/ G. Böhme/S. Shimazono (Hrsg.), Dark Medicine. Rationalizing Unethical Medical Research, Bloomington [Indiana University Press] 2007), dessen erster Teil zum Zeitabschnitt Mitte des 20. Jahrhunderts, um eine neue Einleitung sowie einen weiteren Beitrag ergänzt und teilweise stark überarbeitet, mit diesem Buch als deutsche Übersetzung vorliegt.

Jan P. Beckmann, Ethische Herausforderungen der modernen Medizin, Freiburg i. Br./München (Karl Alber) 2009, 502 Seiten

Buch, Alois Joh.

Dieser Band vereinigt weitgehend anderwärts veröffentlichte (überarbeitete, z. T. gekürzte) Beiträge des Verf. zur medizinischen Ethik und bietet so einen Ein- und Überblick über dessen langjährige engagierte philosophisch-ethische Begleitung der Entwicklungen der ›modernen Medizin‹.