Der vorausbestimmte Wille – Patientenverfügungen II

Ausgabe: 4/2013

59. Jahrgang

Jahrgang: 2013

Inhalt: Ausgabe

Designtes Sterben. Theologisch-ethische Aspekte zur Patientenverfügung

Reiter, Johannes

Die im Zusammenhang mit der Patientenverfügung aufgeworfenen Probleme um Leben und Tod betreffen uns alle elementar. Die hier auftretenden Fragen richten sich an die grundlegenden Orientierungen, von denen her Menschen ihr Leben gestalten, an die Verlässlichkeit der Garantie von Lebensrecht und Lebensschutz und das Verlangen nach einem menschenwürdigen Sterben.

Die Patientenverfügung und ihre praktische Umsetzung in Deutschland

Jox, Ralf J.

Die Patientenverfügung ist durch ihre gesetzliche Regelung im Jahr 2009 breit bekannt geworden, inzwischen nutzt ein Viertel der deutschen Bevölkerung dieses Instrument gesundheitlicher Vorausplanung. An der praktischen Umsetzung hapert es jedoch in Deutschland, so dass die Verfügungen vielfach keine Auswirkung auf die tatsächliche Behandlung am Lebensende haben.

Nach dem Gesetz: Akzeptanz und Verbreitung von Patientenverfügungen bei Tumorpatienten

Sahm, Stephan • Hilbig, Joachim

Die Ausübung der Selbstbestimmung im Kontext medizinischer Behandlung ist ein hoher Wert. Für den Fall der Entscheidungsunfähigkeit wird das Instrument der Patientenverfügung als Weg, Präferenzen für medizinische Entscheidungen vorab niederzulegen, seit einigen Jahren vorgeschlagen.

Wer über mich verfügt, entscheide ich – und ein Anderer.Die Patientenverfügung und das kommunizierte moralische Urteil

Bleyer, Bernhard • Dörfler, Theresa • Gruber, Hans • Dietl, Barbara • Wiese, Christoph H. R. • Pfirstinger, Jochen

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt der Fachbereiche Medizin, Pädagogik und Katholische Theologie widmete sich in Regensburg dem Themenkomplex »Anforderungen und Unsicherheiten beim Umgang mit betreuungsrechtlichen Instrumenten im Falle der Entscheidungsunfähigkeit: Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.«

Die Bindungsstärke von Patientenverfügungen Grenzen am Beispiel der formlosen Widerrufbarkeit

Friedrich, Bernd

Der Beitrag skizziert zunächst Eckpunkte der bestehenden gesetzlichen Regelung in Deutschland, wobei deren Stärken und Schwächen durch die Auseinandersetzung mit alternativen Regelungsvorschlägen illustriert werden. Hierbei wird herausgearbeitet, dass ein schematisches Vorgehen keine befriedigenden Ergebnisse ermöglicht und dass viele Diskussionspunkte, wie die Bedeutung der Aufklärung und Beratung vor Abfassung einer Patientenverfügung für den Aussagegehalt und die Auslegung relevant bleiben – auch wenn der Gesetzgeber zur Vermeidung hoher Hürden von einer zwingenden Aufklärung abgesehen hat. Insbesondere die Frage, wann von einem formfrei möglichen Widerruf auszugehen ist, offenbart, dass der reflektierte Einsatz dieses Instrumentes durch gesetzliche Normierungen von Entscheidungsprozessen am Lebensende flankiert – aber nicht substituiert werden kann.

Die Christliche Patientenvorsorge – Entstehung und Entwicklung

von Lochner, Elisabeth

Vorgeschichte und Bestimmungen des sogenannten »Patientenverfügungsgesetzes« Mehr als ein Jahrzehnt wird in Deutschland über die Themen Sterbehilfe und Patientenverfügungen diskutiert – sind sie mögliche, und v. a. geeignete, Hilfsmittel, um Autonomie und Integrität am Lebensende sicherzustellen? Bis 2009 gab es außer einzelnen Gerichtsentscheidungen zur sogenannten passiven und indirekten Sterbehilfe keine rechtlich bindenden Vorgaben für Patientenverfügungen.

Thomas Schumacher, Warum ich nein zur Organspende gesagt habe. Fakten, Motive, Argumente, München (Pneuma Verlag) 2013, 184 Seiten

Höver, Gerhard

Dieses Buch ist das Ergebnis einer persönlichen Auseinandersetzung des Autors mit der Frage der Organspende: In ihm legt der promovierte Philosoph und Theologe Thomas Schumacher (ein Schüler des Frankfurter Religionsphilosophen Jörg Splett) die Gründe offen, die ihn dazu gebracht haben, »Nein« zur Organspende zu sagen.

Ralf J. Jox/Katja Kuehlmeyer/Georg Marckmann/Eric Racine (Hrsg.), Vegetative State: A Paradigmatic Problem of Modern Societies. Medical, ethical, legal and social perspectives on chronic disorders of consciousness, Berlin u. a. (Lit) 2011 (Ethik in der Praxis/Practical Ethics – Studien/Studies, Bd. 36), 288 Seiten

Lintner, Martin M.

Der vorliegende Band sammelt 14 Beiträge von insgesamt 22 Jungwissenschaftlern und Jungwissenschaftlerinnen sowie im Arzt- und Pflegeberuf Tätigen internationaler Provenienz. Er ist Frucht eines vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierten internationalen neuroethischen Workshops in München (21.–26. Mai 2011).

Lintner, Martin M. Markus Rothhaar/Andreas Frewer (Hrsg.), Das Gesunde, das Kranke und die Medizinethik. Moralische Implikationen des Krankheitsbegriffs, Stuttgart (Steiner) 2012 (Geschichte und Philosophie der Medizin; Bd. 12), 228 Seiten

Schaeffer, Andrea

Die Selbstvergewisserung bioethischer Debatten bezüglich ihrer normativen Auffassung von »Gesundheit« und »Krankheit« ist unverzichtbarer Ausgangspunkt einer glaubwürdigen Formulierung von ethischen Verbindlichkeiten im Umgang mit den Grenzen unseres Lebens. Unbezweifelbar scheint hierbei, dass wir heute in unserer Erfahrungswelt eine Eindeutigkeit dessen entbehren, was wir als »gesund « bzw. »krank« identifizieren können.

Roland W. Moser, Jesus Christus, der Arzt. Krankheit und Heilung in der Bibel, Freiburg i. Ue. (Paulus) 2012, 191 Seiten

Buch, Alois Joh.

Getragen von der Überzeugung, dass heutige Medizin »auf den engen interdisziplinären Dialog mit den Geisteswissenschaften, der philosophischen Wissenschaft, der Theologie und der Ethik angewiesen« sei, werden ›Krankheit und Heilung‹ in diesem Buch in offener, zugleich wechselseitig grenzen-bewusster Begegnung insbesondere von Medizin und Theologie bedacht.