Menschwürde am Ende des Lebens

Ausgabe: 1/2002
(nur Online verfügbar)

48. Jahrgang

Bernhard Sill/Renée Rauchalles, Die Kunst des Sterbens, Regensburg (Pustet) 2001, 136 Seiten.

Splett, Jörg

Das schön ausgestattete schmale Buch besteht aus zwei Teilen. Der erste, bis S. 92, sammelt Stimmen zur Zusammengehörigkeit von Leben und Tod, in Aufnahme (vor allem des Rilke-Kapitels) und Fortführung von Sills Fach-Publikation »Ethos und Thanatos« (siehe ZME 45 [1999] 71–72). Die Fortführung bringt einmal Aktualisierungen (M. Gronemeyer), sodann vor allem theologisch-systematische Ausführungen zum Leben vor und nach dem Tod. Hier bereitet – im Klima positiver Pastoral – natürlich die Hölle Probleme. Verf. wendet sich rechtens gegen frühere »schwarze Pädagogik«; doch reflektiert er auch die Gefahr bloßer Reaktion? Selbstverständlich ist – etwa mit Ch. Péguy oder H. U. v. Balthasar – für Hoffnung im Blick auf alle einzutreten. Aber wie eine verharmlosende Apokatastasis-These vermeiden, wenn man nur die Unmöglichkeit leidloser Seligkeit angesichts von Verlorenen herausstellt, ohne Worte für die nicht minder geltende Unmöglichkeit, dass ich durch mein verstocktes »Schmollen« Gottes und der Seinen Seligkeit sollte zerstören können? Damit nämlich würde – keine pastorale Frage (die darf sich auf Faktisches beschränken), sondern eine ontologische – ein endgültiger Sieg des Bösen möglich – oder Allmacht müsste als »überwältigend« gedacht werden. (Dringender Verweis auf C. S. Lewis, Die große Scheidung.)

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