Stammzellenforschung

Ausgabe: 3/2001
(nur Online verfügbar)

47. Jahrgang

Alfred J. Schauer/Hans-Ludwig Schreiber/Zdzislaw Ryn/Janusz Andres (Hgg.), Ethics in Medicine, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2001, 583 Seiten.

Zimmermann-Acklin, Markus

Der Sammelband dokumentiert die Akten eines deutsch-polnischen Symposiums zu Fragen der Medizinethik, welches 1998 in Krakau von den beiden Partneruniversitäten Göttingen und Krakau veranstaltet wurde. Die insgesamt 63 Autorinnen und Autoren – rund zwei Drittel von ihnen repräsentieren die beiden verantwortlichen Universitäten – stammen zum großen Teil aus dem Bereich der Medizin. Interdisziplinären Charakter erhält der Band durch die Beteiligung von deutschen und polnischen Experten aus den Bereichen Philosophie, Theologie, Recht, Ökonomie, Biologie und Psychologie. Die 53 sehr unterschiedlich langen und englischsprachigen Beiträge werden – ergänzt um die »Krakauer Erklärung« (523–529) und die Akten eines Satellitensymposiums zum Thema »Ethik der Tierversuche« (531–575) – in folgenden acht Hauptkapiteln präsentiert: Theologische und philosophische Vorstellungen vom Wert des menschlichen Lebens (15–45), Ethikunterricht in der medizinischen Ausbildung (47–88), ethische Überlegungen zur Behandlung Sterbender auf Notfall- und Intensivstationen (89–124), Gewebe und Organtransplantation (125–156), Qualitätskontrolle, Verfehlungen und Verantwortung von Ärzten (157–237), Bedeutung der europäischen Menschenrechtskonvention zur Biomedizin (239–300), Ethik der medizinischen Forschung (301–406) und Ethik in der Medizin und Gesundheitsfürsorge (407–521). Auffällig ist, dass mit etwa einem Drittel des Gesamtumfangs ein beträchtlicher Teil des Sammelbandes von A. J. Schauer, einem der Herausgeber, Direktor des Instituts für Pathologie der Georg August Universität Göttingen und Senatsbeauftragter für die Partnerschaft mit der Universität Krakau, (mit-)verantwortet und damit der medizinischen und insbesondere klinischen Perspektive ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. In seiner Eröffnungsrede formuliert er als Zielvorgabe des Symposiums, in Deutschland und Polen dringend anstehende Probleme der Medizin- und Bioethik tiefer verstehen und gemeinsam nach neuen Lösungswegen suchen zu wollen (13). Nach eingehender Diskussion wurde beschlossen, die so genannte Holocaust-Thematik im Programm nicht zu berücksichtigen; der Opfer des Terrors während und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde stattdessen im Rahmen einer interkonfessionellen Feier im Anschluss an das Symposium gedacht.

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