Ethik des Krankseins und der Pflege

Ausgabe: 1/2003
(nur Online verfügbar)

49. Jahrgang

Anne Wigger, Vom »matasanos« zum »médico perfecto«. Zum literarischen Bild des Arztes im Spanien des 16. Jahrhunderts. Berlin (ed. tranvía, Verl. Frey) 2001 (zugl.: Münster, Univ., Diss., 2000), 412 Seiten

Montiel, Luis

Aus der Perspektive eines spanischen Lesers kann das Erscheinen einer derartigen Publikation aus verschiedenen Gründen begrüßt werden. Vor allem, weil sie ein weiteres Zeugnis des Interesses vieler deutscher Intellektueller an der spanischen Kultur ist; eines wechselseitigen Interesses, wie man eigentlich nicht erwähnen muss, da die spanische Kultur ihrerseits niemals aufgehört hat, sich Deutschland mit Bewunderung und in einer im Allgemeinen erfüllten Hoffnung auf wesentliche und notwendige Anregungen und Bereicherungenzuzuwenden. Es ist eine bekannte Tatsache, dass dieses lebhafte Interesse sein Goldenes Zeitalter in der Romantik hatte und dass die Annäherung von deutschen Autoren ausging. Die Übersetzung des Don Quijote durch Ludwig Tieck wie ebenso seine und anderer Autoren eingehende Beschäftigung mit Calderóns Theater sind in dieser Beziehung vielleicht die beredtsten Zeugnisse. Die spanischen Intellektuellen konnten erst später diese Hochschätzung beantworten, da die politische Situation, die ihr Land in jener Epoche durchmachte, und die Abhängigkeit von der französischen Kultur einem unmittelbaren gegenseitigen Austausch entgegenstanden.

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