Ethik des Krankseins und der Pflege

Ausgabe: 1/2003
(nur Online verfügbar)

49. Jahrgang

Michael Quante, Personales Leben und menschlicher Tod. Personale Identität als Prinzip der biomedizinischen Ethik, Frankfurt a.M. (Suhrkamp) 2002, 372 Seiten.

Splett, Jörg

Die überarbeitete und leicht gekürzte Fassung einer Münsteraner Habilitationsschrift besticht, um es gleich zu sagen, durch Klarheit, Präzision, Breite und Differenziertheit der Diskussion in der Fülle der Wortmeldungen sowie method(olog)ische Bewusstheit. Ihre Kernthese: »dass wir mit der diachronen Identität menschlicher Personen ein Prinzip der biomedizinischen Ethik in den Händen haben, welches unsere alltäglichen ethischen Intuitionen faktisch leitet und auch in einer angemessenen biomedizinischen Ethik leiten sollte« (16). Allerdings wird gleich eingangs »Person« in einer Weise bestimmt, dass Personalität zwar Schlafenden oder Narkotisierten zukommt, »ein gesunder und normal entwickelter zwei Wochen alter menschlicher Säugling « aber »aktual« »keine Person« ist, sondern nur »eine potenzielle Person« (20). Dabei ist für die Untersuchung grundlegend eine strikte Trennung zwischen Identitätsfragen im Sinn von Persistenz des Individuums (Kap. 2–4) und solchen (Kap. 5–8) im Sinne der Persönlichkeit (26), wobei »Persönlichkeit« für die »jeweils individuelleAusgestaltung des Personseins« steht: »wer oder was eine Person ist und sein will« (22).

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