Ethik des Krankseins und der Pflege

Ausgabe: 1/2003
(nur Online verfügbar)

49. Jahrgang

Ludger Honnefelder/Christian Streffer (Hg.), Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik, Bd. 7, Berlin/New York (de Gruyter) 2002, 512 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Die Beiträge, die – neben Berichten und Dokumentation – gut die Hälfte des siebten, wiederum umfangreichen Bandes dieses im Umfeld des Instituts für Wissenschaft und Ethik (Bonn) entstandenen Jahrbuchs ausmachen, konzentrieren sich thematisch zum einen in besonderer Weise auf das Verhältnis von ›Recht und Ethik‹ im Kontext bioethischer Entscheidungen und auf die Auseinandersetzungen bezüglich der Embryonenforschung; dies Hrsgg. zufolge vornehmlich auf dem Hintergrund der Diskussion und Verabschiedung des Stammzellgesetzes in Deutschland. Grundlegend hierzu werden Gemeinsamkeiten, Unterscheidung und gegenseitige Bezogenheit von Ethik und Recht samt ihrer Perspektiven für eine Reihe konkreter medizinischer und biotechnologischer Handlungs- und Regelungsfelder dargestellt (P. Kirchhof). Ergänzend findet sich etwa die Erörterung des Verhältnisses von (Werte-)Konsens und Dissens (L. Siep), dem nicht zuletzt im zusammenwachsenden (aber nach Rechtsordnungen und Wertorientierungen vielgestaltigen) Europa in bioethischen und -rechtlichen Feldern erhebliche Bedeutung beizumessen ist. Zu ethischen Aspekten der Embryonenforschung selbst werden u. a. ausführlich diesbezügliche Argumentationstypen (L. Siep), außerdem Thesen zum ›Anfang des menschlichen Individuums‹ und damit verknüpften Konsequenzen (U. Steinvorth) – z. B., in so gewählter Betrachtung nicht überraschend, die Forderung der Nichtanwendung der »Regeln der Forschung am Menschen« (176) bei Annahme des Beginns des Individuums (erst) mit »Bildung des Primitivstreifens« (166). Zum anderen widmen sich, in Erwartung künftig verstärkter Debatten, eine Reihe von Beiträgen ethischen Problemen im Kontext gendiagnostischer und -therapeutischer Verfahren; so etwa zur Regelungsbedürftigkeit prädiktiver Gentests (B. Heinrichs), auch zu ethischen Fragen im Kontext der auf Einsicht in genetische Voraussetzungen aufbauenden und spezifische Nutzung der Wirkung von Medikamenten anzielenden Pharmakogenomik und -genetik (J. P. Beckmann).

 

usw.

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