Medizin - Religion - Gesellschaft

Ausgabe: 3/2004
(nur Online verfügbar)

50. Jahrgang

Wie sollte eine liberale Gesellschaft mit Krankheiten umgehen, wenn sie gerecht sein will?

Gottschalk-Mazouz, Niels;Mazouz, Nadia

Die Eingrenzung des Leistungsspektrums solidarisch finanzierter medizinischer Leistungen geschieht zumindest im deutschen Sozialrecht anhand dessen, was als Krankheit anerkannt wird. Diese Vorgehensweise ist u. a. deshalb in die Kritik geraten, weil der Krankheitsbegriff unter Experten umstritten ist. Drei mit liberalem Anspruch auftretende politische Theorien werden daher darauf befragt, wie ein gerechter Umgang mit Krankheiten auszusehen hätte. Alle drei Theorien haben aber Probleme damit, einen gleichermaßen liberalen wie gerechten Umgang auszuführen: Rawls/Daniels und Dworkin wiederholen auf je unterschiedliche Weise expertokratische Muster. Sen hingegen lässt einen diesbezüglich kritischen Punkt offen, kann aber auf eine Weise gelesen werden, die solche Muster vermeidet.

Tags: politische Philosophie Liberalismus John Rawls Norman Daniels Ronald Dworkin Amartya Sen

In Germany, the range of publicly financed health care services is determined by legislation. Its central concepts of health and disease are defined by decisions of the courts which rely on expert opinion. Because experts disagree on the right way to define the concepts of health and disease, the whole procedure has came under scrutiny. Thus, we examine three liberal political theories and their answer to the question of how just societies should deal with deseases. It is shown that the theories of Rawls/Daniels and Dworkin cannot solve the tension between justice and liberty, whereas Sen’s theory – although vague – can be read in a more satisfactory way.

Tags: political theory liberalism John Rawls Norman Daniels Ronald Dworkin Amartya Sen

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