Komplementäre und Alternative Medizin

Ausgabe: 4/2004

50. Jahrgang

Johann Friedrich Spittler, Gehirn, Tod und Menschenbild. Neuropsychiatrie, Neurophilosophie, Ethik und Metaphysik, Stuttgart (Kohlhammer), 2003, 165 Seiten.

Synofzik, Matthis

Ausgehend von seiner klinischen und forschenden Tätigkeit als Oberarzt an einer Neurologischen Universitätsklinik entwickelt Johann Friedrich Spittler eine anthropologische Begründung des Hirntodes als Tod des Menschen und diskutiert die daraus folgenden ethisch-praktischen Konsequenzen. Den Konflikt um das Hirntodkonzept sieht Spittler wesentlich in unterschiedlichen Interpretationen der Bedeutung des Gehirns für das Menschsein begründet: Was ist der Mensch ohne sein Gehirn? Seine Grundthese zu dieser Frage beruht letztlich auf einem argumentativen Dreischritt. Da einerseits das Menschsein wesenhaft durch seine seelisch-geistigen Vermögen begründet sei und andererseits das Gehirn die notwendige Bedingung der Möglichkeit dieser funktionalen Vermögen darstelle, bedeute der Verlust der Gesamtfunktionsfähigkeit des Gehirns den Verlust der Lebendigkeit des Menschen als Menschen. "Botanische" und "zoologische" Lebendigkeit seien zwar sehr wohl erhalten, nicht jedoch "humane" Lebendigkeit: Der (hirntote, übrige) Körper lebt, der Mensch ist jedoch tot.

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