Schweigepflicht und Patientenrechte

Ausgabe: 3/2005
(nur Online verfügbar)

51. Jahrgang

Die Organspende eines Lebenden als supererogatorische Handlung betrachtet

Witschen, Dieter

Für gewöhnlich wird bei einer Lebendorganspende, die gegenwärtig eine »Renaissance« erfährt, unter normativ-ethischer Rücksicht erörtert, ob sie überhaupt vertretbar sei. Im Unterschied dazu wird hier aus einer individualethischen Perspektive das Supererogatorische dieser Handlung aufgewiesen. Für diese Qualifizierung reicht das Bestimmungselement nicht aus, der Spender tue mehr als seine moralische Pflicht, da er zu Gunsten eines anderen erhebliche medizinische und psychologische Belastungen bzw. Risiken in Kauf nehme, worauf der Empfänger ihm gegenüber keinen moralischen Anspruch geltend machen könne. Als weitere Bedingungen müssen die Freiwilligkeit sowie die altruistische Motivation des Spenders hinzukommen.

Tags: Freiwilligkeit Altruismus

Living organ donation, which is at present experiencing a renaissance, is usually discussed from a normative-ethical perspective with respect to the question whether it is justifiable at all. In contrast this article deals with the supererogant nature of the act from an individual ethical perspective. To satisfy the criteria of supererogation it is not sufficient that the donor does more than his moral duty, as he puts up, in favour of another person, with considerable medicals risks and emotional strain to which the recipient cannot lay moral claim. Additional conditions must be met such as the voluntary nature of the decision and the altruistic motivation of the donor.

Tags: voluntariness altruism

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