Neurowissenschaften und Ethik

Ausgabe: 1/2006

52. Jahrgang

Ein neues Menschenbild? Bemerkungen zum "Manifest elf führender Neurowissenschaftler"

Töpfer, Frank;Huber, Lara;Synofzik, Matthis

Nicht wenige Hirnforscher, aber auch Philosophen sehen dadurch unser Selbstverständnis als eines – zumindest potentiell – aus überlegten Entschlüssen handelnden und darum moralisch verantwortlichen Wesens erschüttert. Doch welche Konsequenzen können die neurowissenschaftlichen Fortschritte tatsächlich für unser Menschenbild haben? Kaum eine Frage wird derzeit zwischen Naturwissenschaften und Philosophie kontroverser diskutiert. Die Auseinandersetzung bleibt dabei nicht auf die Wissenschaft beschränkt, sondern hat längst eine breitere Öffentlichkeit ergriffen. Zur Frage, ob und welche Implikationen die Neurowissenschaften für unser Menschenbild besitzen, gesellt sich darum die Überlegung, wie wir mit dieser Frage in der Öffentlichkeit und im wissenschaftlichen Diskurs umgehen. Neben einer Klärung der ontologischen und epistemologischen Möglichkeiten und Grenzen neurowissenschaftlicher Erkenntnis sollten daher bestimmte Diskurs- und Forschungsdesiderate benannt werden, die im Umgang mit der Frage nach den anthropologischen Konsequenzen der modernen Hirnforschung zu beachten sind. Wie wichtig dies ist, zeigt sich, wenn man eine der plakativsten Veröffentlichungen neurowissenschaftlicher Provenienz – das Mitte 2004 publizierte »Manifest elf führender Neurowissenschaftler« – näher betrachtet.

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