Neurowissenschaften und Ethik

Ausgabe: 1/2006

52. Jahrgang

Gisela Badura-Lotter, Forschung an embryonalen Stammzellen. Zwischen biomedizinischer Ambition und ethischer Reflexion, Frankfurt a. M. (Campus) 2005 (Kultur der Medizin; Bd. 15; zugl.: Tübingen, Univ., Diss., 2004), 385 Seiten.

Teuwsen, Rudolf

Vor welche Herausforderungen die Biowissenschaften das Nachdenken über uns selbst stellen, zeigt sich wohl nirgendwo deutlicher als an der Forschung an und mit Stammzellen, die aus Embryonen des Menschen gewonnen worden sind, so genannten humanen embryonalen Stammzellen (heS). Dass dieses Thema auch nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Regelung des Imports von heS-Linien nicht als abgeschlossen gelten kann, liegt nicht nur an den Begehrlichkeiten von Forschern, die sich mit den geltenden Regeln nicht abfinden wollen, oder an offen gebliebenen politisch-rechtlichen Fragen bezüglich der Finanzierung wissenschaftlicher Vorhaben, die heS verwenden, aus Mitteln des Forschungshaushalts der Europäischen Union, die durch nationale Gesetzgebung naturgemäß gar nicht geregelt werden kann, sondern vor allem an der Entwicklung dieser Forschung selbst, die – aus welchen Gründen auch immer – inzwischen mit technisch erzeugten Stammzellen arbeitet, die man zu Zeiten der öffentlichen Debatte vor der Verabschiedung der einschlägigen Gesetze nicht kannte und von denen daher nicht ohne weiteres klar ist, ob sie von den darin vorgetragenen Argumenten und den aus ihnen schließlich herausdestillierten Regelungen erfasst werden oder nicht.

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