Der leidende Patient - Antworten der modernen Medizin

Ausgabe: 3/2006
(nur Online verfügbar)

52. Jahrgang

Stephan Goertz, Weil Ethik praktisch werden will. Philosophisch-theologische Studien zum Theorie-Praxis-Verhältnis, Regensburg (Friedrich Pustet) 2004, 333 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Den primär ethischen Problemdimensionen widmet sich der 1.Teil als (exemplarische) Aufbereitung solcher je spezifisch bedingter und sich wandelnder Verhältnisbestimmungen im Laufe der Geistesgeschichte. Dies erfolgt im Sinne einer dem »Selbstverständnis angewandter Ethik, ja von Ethik, die einen praktischen Anspruch erhebt, überhaupt« zugehörigen Selbstvergewisserung, zugleich mit der Intention, dass angewandte Ethik auch die »Theorie ihrer Pragmatik« klären solle, und zwar vornehmlich hinsichtlich der gleichermaßen interessierenden wechselseitigen Relation wie Unterscheidung von Theorie und Praxis. Dies wird zu verdeutlichen gesucht anhand demgemäß als besonders wirkmächtig bezeichneter ›Theorie-Praxis-Modelle‹, vor allem bei Aristoteles (beide zwar hier »aus ihrer platonischen Verklammerung befreit« als ›Differenzmodell‹ begriffen, worin praktische Philosophie eben Theorie – nicht ›Anwendungswissen‹ – in »Distanz zur Praxis« bleibe), bei F. Bacon (»Depotenzierung […] der Theorie« zugunsten einer ›scientia practica‹ u. a. in der »Verpflichtung der Wissenschaft auf praktische Zwecke, pragmatisch ausgerichtet an praktischem Nutzen, etwa einem »Humanitätsgebot […], was sich am Beispiel der Medizin verfolgen ließe« z.B. bezüglich »Vertrauen auf die Linderung von Not und Krankheit durch Verwissenschaftlichung «), bei Kant (dessen Denken trotz der verwehrten »klugen Praxisanweisungen « selbst als »strengste Ethik der reinen Vernunft einer Vermischung mit Praxis nicht entgehen« könne, wenn auch sie selbst diese nicht leiste), bei Hegel (hier mit einigem »Deutungsrisiko« angesichts ›konträrer‹ Interpretationstraditionen «, im Verständnis einer ethischen Theorie »unter Konkretisierungsdruck « besonders hinsichtlich gesellschaftstheoretischer Reflexionen), und – daran jeweils eigens kritisch anschließend – bei Feuerbach, Marx und Engels.

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