Enhancement

Ausgabe: 4/2006

52. Jahrgang

Claudia Wiesemann/Nikola Biller-Andorno, Medizinethik. Für die neue AO, Stuttgart/ New York (Verlag Thieme) 2005, 172 Seiten

Bergdolt, Klaus

Seit dem Wintersemester 2003/04 sieht die Approbationsordnung für Ärzte in Deutschland eine Unterrichtung in den Fächern "Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin" (GTE) vor. Damit stellte sich die Frage nach den Lehrmitteln. An vielen medizinischen Fakultäten ging man davon aus, dass sich die "medical humanities", nicht weniger als die übrigen im Rahmen des Medizinstudiums gelehrten Fächer, auf einen bestimmten Themenkanon reduzieren lassen. Zahlreiche in den letzten Jahren produzierte Lehrbücher boten entsprechend Einführungen an, die von der Terminologie bis zur Diskussion von Kasuistiken reichten, ein vertieftes philosophisches oder historisches Verständnis in der Regel aber vermissen ließen. Die Herausgeberinnen legen nun ein handliches Lehrbuch in Taschenformat vor, das gezielt den Interessen der Studierenden entgegenkommen soll. Zentrale Themen wie die subtilen Aspekte der Arzt-Patient-Beziehung, der Schwangerschaftsabbruch, die z. T. brisanten Folgen der Genforschung, Probleme der Transplantationsmedizin und der Sterbehilfe, die so genannte Sterbebegleitung, Forschungen an Mensch und Tier, aber auch wirtschaftliche Aspekte, Allokationsfragen und die Folgen der Ökonomisierung des Gesundheitssystems werden anhand von Fallbesprechungen und kürzeren, teilweise stichwortartig zusammengefassten Artikeln präsentiert und diskutiert. Dazu werden erfreulicherweise auch wichtige juristische Begriffe erläutert und – für die Studierenden sehr nützlich – für die ärztliche Ethik relevante nationale und internationale Dokumente und Kodices abgedruckt. Schließlich findet der Leser mögliche Lehrziele des Ethik-Unterrichts für angehende Ärzte zusammengefasst.

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück