Lebendorganspende

Ausgabe: 1/2007
(nur Online verfügbar)

53. Jahrgang

Lebendorganspende. Ein persönlicher Erfahrungsbericht

Goetz, Bernhard

Lebendorganspende – Als ich dieses Wort das erste Mal hörte, war ich noch jung, fast gesund und in großen Zweifeln. Ein lebendes Organ spenden? Wer »spendet« wem? »Spenden «, einfach so, wie das Wort im Allgemeinen gebraucht wird? Kann man, kann irgendeine Person, ein Mensch ein Organ einfach so hergeben? Kann ein lebenswichtiges Organ »gespendet« werden, wie alte Klamotten für die Kleidersammlung oder ein Geldbetrag für einen guten Zweck? Wie ist das ethisch bzw. moralisch in unserer Gesellschaft der Starken und Gesunden zu beurteilen? Auch in meinem Studium – ich bin evangelischer Pfarrer geworden – im Studium der Theologie und in den Ethikvorlesungen in Berlin und Heidelberg waren die Themen u. a. Transplantation von »kadaver kidney« und Lebendspende. Meist ging es um die Nieren, interessante Gebiete für individualethische Entwürfe, Ideen und Spekulationen. Oft gab es den moralischen Zeigefinger: Ist es Nächstenliebe oder Verstümmelung des Spenders? Das weit verbreitete Ganzheits- und Vollkommenheitsstreben des Menschen tut schon fast weh. Ist das nach einer Spende oder dem Empfang eines Organs noch gegeben, fragten die Katholiken. Ist Transplantation nicht überhaupt als Eingriff in die Natur und in die Endlichkeit des Menschen in Frage zu stellen?

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