Behandlungsfehler in der Medizin

Ausgabe: 3/2007

53. Jahrgang

Vignette: Fehlbehandlung eines Demenzkranken in einer psychiatrischen Klinik

Schönhof, Bärbel

Aufgrund der Verhaltensauffälligkeiten war im Jahre 2004 eine gerontopsychiatrische Ambulanz regelmäßig aufgesucht worden. Nach Einschätzung der dortigen Ärzte litt der Patient unter einer fortgeschrittenen Demenz vom Alzheimer Typ. Ende 2004 nahmen die Aggressionen zu, so dass ein Verbleib in häuslicher Umgebung fraglich schien und ein stationärer Aufenthalt in der Gerontopsychiatrie angeraten wurde. Der Patient erhielt ohne weiterführende Diagnostik und ohne Aufklärung der bevollmächtigten Ehefrau folgende Medikamente: Aufnahmetag: 2 x 3 mg Haloperidol, zusätzlich bedarfsweise 5 ml Clomethiazol und 2 x 40 mg Dominal. Bedarfsweise wurde weiterhin gegeben 1 mg Tavor expidet bei zusätzlicher Aggressivität. Ab dem dritten Tag wurden die Medikamente um 40 mg Dominal nachts ergänzt. Die Bedarfsmedikation betrug Dominal 40 mg, 5–10 ml Distraneurin, 1 mg Tavor. Ab dem achten Tag erfolgte eine weitere Erhöhung des Medikamentes Dominal auf 80 mg pro Nacht. Ab dem 17. Tag erfolgte versuchsweise eine Reduzierung des Medikamentes Haloperidol auf 2 x 2 mg. Ab dem 20. Tag erfolgte versuchsweise ein Wechsel von Haloperidol auf Risperidon (2 x 1 mg). Ab dem 23. Tag erfolgte wieder ein Wechsel von Risperidon auf Haloperidol 2 x 1 mg Tagesdosis.

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