Behandlungsfehler in der Medizin

Ausgabe: 3/2007

53. Jahrgang

Sterben zulassen

Leher, Stephan;Rosenberger, Michael;Schaupp, Walter;Wolbert, Werner;Virt, Günter

In Italien erweckte die Verweigerung eines kirchlichen Begräbnisses für Giorgio Welby mit dem Hinweis, es handle sich hier um Suizid, den Eindruck, der Abbruch einer Beatmung sei schon per se ein Verstoß gegen die kirchliche Lehre. In Spanien wurde Presseberichten zufolge ein ähnlicher Fall von Therapieabbruch kirchlicherseits verurteilt, weil man menschliches Leben niemals zerstören dürfe und man des Weiteren mit einem solchen Vorgehen der Legalisierung aktiver Sterbehilfe Vorschub leiste. In Großbritannien hat die katholische Frauenbewegung tausende Karten vertrieben, mittels derer die Besitzer im Fall einer Krankenhauseinweisung jegliche Form der passiven Sterbehilfe ablehnen. Die in den österreichischen Leitlinien für katholische Gesundheitseinrichtungen vom November 2005 getroffene Unterscheidung zwischen einer erlaubten »passiven indirekten Sterbehilfe« und einer unerlaubten »passiven direkten Sterbehilfe« als »gezielte Unterlassung von lebensrettenden Maßnahmen« könnte unter Umständen im Sinn einer Zurückweisung aller bewusst unternommenen Behandlungsmodifikationen oder Therapieabbrüchen missverstanden werden.

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