Wem gehört mein Körper?

Ausgabe: 1/2008

54. Jahrgang

Körper und Leib

Splett, Jörg

1. Die Sprache Das altgermanische Wort Leib, mittelhochdeutsch lý–p, althochdeutsch lý–b, bedeutet eigentlich: Leben. Der alte Wortsinn, der im Englischen (life) und im Nordischen (schwedisch: liv) bewahrt ist, hielt sich bei uns bis in die mittelhochdeutsche Zeit (leibeigen, Leibgedinge, Leibrente, beileibe [nicht]), bewahrt noch in der Redensart, wie jemand »leibt und lebt«. Für die Verschiebung zur heutigen Bedeutung »Leib/Körper« stehen Wörter wie leibhaft(ig), leiblich, Leibchen. Über den Leib hinaus meint das Wort zugleich die ganze Person (»mý–n lý–p« = ich; Leibgarde, Leibarzt), doch anderseits auch weniger: den Rumpf oder nur den Unterleib bzw. Bauch (Leibschmerzen, Leibesfrucht …). Seit dem 13. Jh. bezeugt ist Körper im Blick auf Tier und Mensch, entlehnt aus dem Lateinischen für das frühere lý–h (althochdeutsch) bzw. (mittelhochdeutsch) lý–ch (das dann zu Leiche wird, doch siehe noch: Fronleichnam = Herrenleib).

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