Wem gehört mein Körper?

Ausgabe: 1/2008

54. Jahrgang

Wolfram Höfling/Anne Schäfer, Leben und Sterben in Richterhand?, Tübingen (Mohr Siebeck) 2006, 176 Seiten.

Müller-Terpitz, Ralf

Derartige Entscheidungsprozesse an der Grenze zwischen Leben und Tod tangieren den Kern des individuellen Verständnisses von Autonomie und menschenwürdiger Existenz. Entsprechend sind sie – wie nicht zuletzt die vorgelegte Publikation deutlich zeigt (vgl. S. 72 ff) – durch die religiösen und weltanschaulichen Grundüberzeugungen, aber auch durch das Lebensalter der Befragten stark vorgeprägt. Von daher verwundert es wenig, dass die zahlreichen Vorschläge politischer, ethischer, medizinischer und juristischer Kommissionen, die für den Umgang mit dieser Grenzsituation bislang ausgearbeitet wurden, sehr dissonant ausfallen. Diese Dissonanzen betreffen nicht nur die Einschätzung der Reichweite und Verbindlichkeit von Patientenverfügungen als einem zentralen Instrument zur Realisierung von Patientenautonomie, sondern auch die Frage, ob und in welchem Umfang Entscheidungsprozesse am Lebensende durch das Modell des »Vormundschaftsrichters über Leben und Tod« – eine von den Autoren in Anlehnung an Adolf Laufs gewählte Formulierung – »juridifiziert« werden sollten.

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