Personalität und Körperlichkeit des Menschen

Ausgabe: 3/2002
(nur Online verfügbar)

48. Jahrgang

Behandlung gesteigerter Aggressivität eines Patienten bei epileptischer Grunderkrankung und aufgetretenem Ehekonflikt

Hoppe, Christian;Frick, Eckhard

Ein 59-jähriger, im Vorruhestand berenteter, in unserer Klinik gut bekannter Patient, der seit seinem 14. Lebensjahr an einer symptomatischen Epilepsie mit komplex-partiellen und sekundär generalisierten Anfällen meist im Schlaf oder beim Aufwachen leidet, wurde von uns auf eigenen Wunsch notfallmäßig aufgenommen, nachdem er zuvor seine Ehefrau im Streit tätlich angegriffen und verletzt hatte. Es stellte sich die Frage, ob die gesteigerte Aggressivität und die hierbei erstmals erlebte mangelnde Impulskontrolle in einem direkten Zusammenhang mit der epileptischen Grunderkrankung und ihrer Behandlung stand oder vielmehr in einem psychologischen Zusammenhang im Rahmen eines bestehenden Ehekonfliktes zu sehen war. Anamnestisch war bekannt, dass bei dem Patienten vor etwa 10 Jahren ein rechtsseitig frontobasal gelegenes Kavernom im Rahmen eines epilepsiechirurgischen Eingriffs entfernt worden war. Trotz sehr guter Erfolgsaussichten – Bildgebung, Anfallssemiologie, Elektroenzephalographie, Elektrokortikographie und Neuropsychologie ergaben konsistente Befunde – kam es bereits wenige Tage nach der Operation unerwarteterweise wieder zu Anfällen in nahezu unveränderter Form und Häufigkeit. In den darauf folgenden Jahren wurde der Patient unter einer antikonvulsiven Polytherapie, u.a. Frisium, nahezu anfallsfrei. usw.

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