Personalität und Körperlichkeit des Menschen

Ausgabe: 3/2002
(nur Online verfügbar)

48. Jahrgang

Wojciech Boloz/Gerhard Höver (Hg.), Utilitarismus in der Bioethik. Seine Voraussetzungen und Folgen am Beispiel der Anschauungen von Peter Singer, Münster (Lit Verlag) 2002 (Symposion – Anstöße zur interdisziplinären Verständigung; Bd. 2), 200 Seiten.

Splett, Jörg

Der Band dokumentiert ein zweitägiges Warschauer Symposium, das im November 2001 von den katholisch-theologischen Fakultäten der Kardinal Stefan Wyszy ´ nski Universität Warschau und der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn veranstaltet worden ist. Vor allem die polnischen Autoren führen eine entschiedene deutliche Sprache. Der weit verbreitete Utilitarismus rufe nach Kritik, und den Nihilismus Singers zu unterschätzen wäre ein gefährlicher Fehler (W. Boloz 23). Den Utilitarismus stellt R. Mon dar: »ein kurioser intellektueller Standpunkt (40), dessen Vertreter »sich auf bestimmte Güter moralischen Charakters [berufen], ohne sie gleichzeitig anzuerkennen« (41). Unter dem Titel »Kein Lebensrecht für ungeborene Kinder?« trägt A. Lohner eine informative Auseinandersetzung mit Singer vor, samt »Anmerkungen zu dem ideengeschichtlichen Hintergrund«. Vor allem geht es um das Potentialitätsargument (mit dem verfehlten Exempel des Nicht-Königs Prinz Charles – der ja gleichwohl Thronfolger ist). Zur Ideengeschichte wird leider Descartes (soll man sagen: das übliche?) Unrecht getan. Zwar vertritt er unleugbar (doch nicht allein) ein mechanistisches Weltbild (dazu auch Spaemanns Thomas-Kritik) und, bei Verlust des Lebens- (und – in diesem Sinn – Seelen-) Begriffs, einen Zwei-Substanzen-Dualismus; aber man sollte seinen Rationalismus nicht derart umstandslos für den folgenden Materialismus verantwortlich machen. usw.

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