Personalität und Körperlichkeit des Menschen

Ausgabe: 3/2002
(nur Online verfügbar)

48. Jahrgang

Jean-Pierre Wils, Handlungen und Bedeutungen. Reflexionen über eine hermeneutische Ethik, Freiburg/Schweiz (Universitätsverlag); Freiburg i. Br./Wien (Herder) 2001 (Studien zur theologischen Ethik; Bd. 92), 190 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Dem Problem ›verstandener‹ »Bedeutung von Handlungen« (7) will dieses Buch nachgehen, näherhin dem Bedenken des hermeneutischen Geflechts von Ethik und Moral als des Rahmens ihrer deutenden Interpretation. Dies wird in sechs Teilen angegangen, beginnend unter dem Titel hermeneutische Erfahrung (und unter Bezugnahme auf einschlägige Autoren) mit einer Skizze zu einer universalisierten kulturellen Hermeneutik in der Moderne als einer Fundamentaltheorie des Verstehens (10); Verf. verdeutlicht das Gemeinte in einer Analyse von Traditionen und Geschichte nunmehr als Deutungsgeschehen (von Geschehnissen), was eine an Geschichten festgemachte genetisch-normative moralische Exemplarität im Sinne eines transhistorischen Kanons (13) immer weniger zulasse und die Rede etwa vom christlichen Abendland und dessen Bedeutungshorizonten (16) ebenso wie die Gewissheit von Traditionen – da solcher modern-geschichtlichen Deutung und dem Wissen um Geschichtlichkeit zuwiderlaufend – problematisch mache. Damit aber auch das fraglose Einverständnis mit den religiösen Horizonten (19), an dessen Stelle die hermeneutische Wendung zur Religion (20) unter zugleich kulturell geprägter kritischer Pluralisierung bzw. Individualisierung ihrer Interpretation trete, ähnlich dem Schicksal von Wahrheit überhaupt. Solcher Relativität entspreche potentielles Unbehaustsein als typische Erfahrung der Moderne (24), begleitet vom Verlust der Möglichkeitsbedingungen von Religion als elementare Grundlage moralischer Verantwortung (24) und dem Aufkommen expliziter Sinnfrage (27) als Teil der hermeneutischen Situation (35).

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