Spiritualität und Medizin

Ausgabe: 2/2009

55. Jahrgang

LUKAS OHLY, Der gentechnische Mensch von morgen und die Skrupel von heute. Menschliche Leibkonstitution und Selbstwerdung in den prinzipiellen Einwänden an Keimbahntherapie und reproduktivem Klonen, Stuttgart (Kohlhammer) 2008 (Forum Systematik; Bd. 33) 269 Seiten.

Honecker, Martin

Die Habilitationsschrift von Ohly im Fach Systematische Theologie am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Frankfurt ist keine ethische oder gar bioethische Abhandlung. Die Themen Keimbahntherapie und reproduktives Klonen, mit denen die Arbeit einsetzt, sind vielmehr bloß der Ausgangspunkt, der »Aufhänger« für prinzipielle Überlegungen zur Anthropologie. Es ist dies also eine religionsphilosophische und fundamentaltheologische Studie. Der Gegenstand sind die durchweg in Großbuchstaben geschriebenen »prinzipiellen Einwände«. Ohly lehnt Keimbahntherapie und reproduktives Klonen kategorisch ab. Diese Ablehnung will er prinzipiell begründen, da er pragmatische Kritik und utilitaristische Überlegungen von vornherein für unzureichend hält. Das Argument, beide Verfahren seien derzeit noch nicht möglich, ist nach ihm unzureichend. Daher nimmt er auch keine Prognose vor und keine Szenarien einer vorausschauenden Technologiefolgeabschätzung. Es geht ihm allein um das Grundsätzliche. Der Titel »der gentechnische Mensch von morgen und die Skrupel von heute« mit der Gegenüberstellung von morgen und heute könnte jedoch ein ganz anderes Vorgehen und andere Überlegungen nahe legen, nämlich Möglichkeiten und Grenzen von Prognostik, sowie Technologiefolgeabschätzung und Kulturwandel zu erörtern.

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