Verantwortliches Entscheiden in der Medizin

Ausgabe: 3/2010

56. Jahrgang

Matthias C. Schmidt, Griff nach dem Ich? Ethische Kriterien für die medizinische Intervention in das menschliche Gehirn, Berlin u. a. (de Gruyter) 2008 (Studien zu Wissenschaft und Ethik; Bd. 5; zugl. Bonn Univ., Diss., 2008), 364 Seiten

Baltes, Dominik

In jüngerer Zeit ist in einschlägigen Diskursen eine intensive Auseinandersetzung mit Fragestellungen der so genannten Neuroethik zu konstatieren. Die durch entsprechende Fortentwicklung von Verfahren insbesondere der bildgebenden Diagnostik möglich gewordenen Einblicke haben nicht zuletzt die Präzision von chirurgischen Interventionen am menschlichen Gehirn deutlich erhöht. So stellen heute – nach einer langen Phase der medizinischen Abstinenz – Verfahren der stereotaktischen Neurochirurgie wieder eine Behandlungsoption dar, die derzeit insbesondere, v. a. im Rahmen der tiefen Hirnstimulation (THS/DBS), bei bestimmten Patienten mit einem therapierefraktären Morbus Parkinson Anwendung finden. Verfahren der nicht-ablativen Psychochirurgie hingegen befinden sich in Deutschland lediglich in einer Erprobungsphase, nachdem vormals praktizierte ablative Verfahren mit Aufkommen der psychopharmakologischen Behandlung ab den 1950er Jahren faktisch kaum noch vorgenommen wurden. Hinzuweisen ist auch auf die sich etablierende Diskussion um den Themenkomplex der medizinisch nicht indizierten Verbesserung von Gehirnleistungen, dem so genannten Neuroenhancement.

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