Verantwortliches Entscheiden in der Medizin

Ausgabe: 3/2010

56. Jahrgang

Hans-Werner Ingensiep/Theda Rehbock (Hrsg.), «Die rechten Worte finden …«. Sprache und Sinn in Grenzsituationen des Lebens, Würzburg (Königshausen & Neumann) 2009, 358 Seiten

Buch, Alois Joh.

Dass Sprache, Kommunikation, Verständigung und Verstehen in komplexen Sozialbeziehungen und für damit verbundene Problemstellungen und Sachverhalte wesentliche Bedeutung zukommt, ist evident. Eine mithin nahe liegende, gewissermaßen unumgängliche Reflexion über Sprache speziell in (von K. Jaspers her eigentlich breiter verstandenen) ›Grenzsituationen‹ beziehen Hrsgg. insbesondere auf heutige, oft vornehmlich naturwissenschaftlich geprägte Medizin. Konkret etwa angesichts »einer eigentümlichen Sprachlosigkeit […] in der Beziehung zwischen Arzt und Patient«, aber auch mit Blick auf Kommunikationsprobleme im biound medizinethischen Expertengespräch sowie auf Sprachprobleme im öffentlichen Diskurs über medizinische Grenzsituationen. In ihnen spielen mehr oder minder bewusste und beachtete, oft jedoch weitreichende Implikationen eine nicht geringe Rolle: »Als selbstverständlicher Hintergrund der Verständigung kann und muss die anthropologische und ethische Dimension der Sprache und Medizin gewöhnlich nicht thematisiert werden, sie kann aber auch höchst kritikbedürftig sein«, weswegen nach Überzeugung der Hrsgg. »echte Interdisziplinarität « diesbezüglicher kritischer Betrachtung unabdingbar erscheint. Damit ist das leitende Interesse benannt, das auch das wissenschaftliche Projekt zur Erschließung ent sprechen der Sinnhorizonte von Grenzsituationen des Lebens prägte, dessen Konzept und Programmelemente diesem Band zugrunde liegen; ein besonderer thematischer Fokus ist das »Sprechen von, mit und über Patienten in komplexen Grenzsituationen.

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