Verantwortung in der Medizin

Ausgabe: 3/2011

57. Jahrgang

Der ärztlich assistierte Suizid. Freiheit zum Tode oder Unfreiheit zum Leben?

Hohendorf, Gerrit;Oduncu, Fuat S.

Wohl unter dem Eindruck dieser Umfrage und im Hinblick auf die vom Deutschen Juristentag bereits im Jahr 2006 geforderte standesrechtliche Zulassung des ärztlich assistierten Suizids2 überarbeitete die Bundesärztekammer die neuen Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung vom 18. Januar 2011 auch in diesem Punkt. Die Formulierung: »Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung widerspricht dem ärztlichen Ethos und kann strafbar sein.« wurde ersetzt durch den Satz: »Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe.« Ende Dezember 2010 hatte der damalige Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe in einem Interview der Frankfurter Rundschau angedeutet, dass durch die neuen Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung der Widerspruch zwischen der strafrechtlichen Zulässigkeit der Beihilfe zum Suizid und dem standesrechtlichen Verbot der ärztlichen Suizidassistenz aufgehoben werden solle. Und so wurden die neuen Grundsätze zur ärztlichen Sterbebegleitung in den Medien einerseits als Tolerierung individueller Gewissensentscheidungen bei der ärztlichen Suizidbeihilfe interpretiert, andererseits wurde der Verlust einer verbindlichen ethischen Orientierung im Umgang mit Sterben und Tod beklagt

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