Perspektiven medizinischer Ethik

Ausgabe: 1/2012

58. Jahrgang

Dominik Gross/Michael Rosentreter (Hrsg.), Der Patient und sein Behandler. Die Perspektive der Medical Humanities, Berlin (Lit) 2011, 237 Seiten.

Krause, Franziska;Bittner, Uta

Innerhalb der Medizinethik ist die Rede vom Wandel der Arzt-Patient-Beziehung in der modernen Medizin des 21. Jahrhunderts kein Novum mehr, sondern wird unter den verschiedensten Aspekten wie Ökonomisierung, Professionalisierung, Technisierung etc. verhandelt. Die Aachener Medizinethiker Dominik Groß und Michael Rosentreter nehmen den Wandel in der Beziehung vom Patienten und seinem Arzt als gegeben an, indem sie ihn auf drei große Entwicklungen zurückführen: Zum einen haben soziokulturelle Einflüsse wie die Etablierung des Internets als Informationsquelle eine Wirkung auf viele Patienten, die nun bereits (selbst-)«aufgeklärt« und »steuernd« dem Arzt begegnen. Zum anderen unterliegt der Arztberuf selbst einer Ausdifferenzierung, die in Hinblick auf den Umfang und die Art der ärztlichen Versorgung einen Einfluss auf die Beziehung zwischen dem Behandler und seinem Patienten hat. Schließlich sind es auch die neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten der Medizin, die eine Erweiterung des Selbstbildes der Medizin z. B. unter dem Aspekt der Effizienz zur Folge haben. Groß und Rosentreter wollen mit ihrem interdisziplinär ausgerichteten Band den Fokus auf die »wechselseitigen Erwartungen von Patienten und Therapeuten in der modernen Heilkunde« legen und damit klären, welche tradierten Rollenzuschreibungen auch in der heutigen Medizin vorzufinden sind und vor allem, welche Auswirkungen sie auf den Umgang mit Kranken und mit Krankheit haben.

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