Perspektiven medizinischer Ethik

Ausgabe: 1/2012

58. Jahrgang

Klaus Gahl/Peter Achilles/Rainer-M. E. Jacobi (Hrsg.), Gegenseitigkeit. Grundfragen medizinischer Ethik, Würzburg (Königshausen & Neumann) 2008 (Beiträge zur medizinischen Anthropologie; Bd. 5), 508 Seiten

Baltes, Dominik

Wer dem Ausdruck »Medizinische Anthropologie« begegnet, der verbindet diese Wendung fast unweigerlich mit dem Namen Viktor von Weizsäcker (1886–1957). Von Weizsäcker gilt als der Nestor dieses einer der rein naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin kritisch gegenüberstehenden Verständnisses des ärztlichen Auftrages. Er steht damit in der Tradition der so genannten Heidelberger Schule, die sich mit Namen wie Ludolf von Krehl und Victor Emmanuel von Gebsattel verbindet. Viktor von Weizsäcker, zuletzt Ordinarius für Allgemeine Klinische Medizin in Heidelberg, hat ein beachtliches Schrifttum hinterlassen, das zwischenzeitlich zu großen Teilen durch die von Peter Achilles u. a. herausgegebenen Gesammelten Schriften gut zugänglich ist. Bereits ein flüchtiger Blick in diese Schriften verdeutlicht, dass ihr Autor sich keineswegs rein auf die Disziplin der Medizin festlegen lässt. Vielmehr klingen deutlich die Bezüge zur Philosophie – nicht zuletzt zum südwestdeutschen Neukantianismus und der Dialogphilosophie – sowie zur Theologie an. Inzwischen hat dieser Umstand bereits zu einigen wissenschaftlichen Sekundärwerken geführt, für die Theologie beispielsweise kann hier vor allem die religionsphilosophische Dissertationsschrift Stefan Emondts hervorgehoben werden.

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück