Beziehung in der medizinischen Ethik

Ausgabe: 4/2012

58. Jahrgang

Michael Friess, Sterbehilfe. Zur theologischen Akzeptanz von assistiertem Suizid undaktiver Sterbehilfe, Stuttgart (Kohlhammer) 2010, 175 Seiten

Höver, Gerhard

Auf dem Hintergrund dieser »doppelgesichtigen Angst, am Ende sinnlos leben zu müssen oder nicht mehr leben zu dürfen« soll das weite Feld des heutigen Sterbehilfediskurses durchschritten werden, und zwar ohne Tabus und Denkvorbehalte. Dies bedeutet für den Autor in theologischer Hinsicht, dass die christliche Grundüberzeugung »Gott allein ist Herr über Leben und Tod« nicht mehr weiter als unhinterfragbares Grunddogma gelten dürfe, das von vornherein den Sterbehilfediskurs kanalisiert und die »aktive Sterbehilfe« und den »ärztlich assistierten Suizid« als unvereinbar mit der Glaubensüberzeugung erachtet. Betrachtet man den Diskurs über die Sterbehilfe mit der gebotenen Differenzierung, wie sie vor allem angesichts widersprüchlicher Tendenzen in Theorie und Praxis geboten sei, so könne man auch theologisch zu einem ganz anderen Ergebnis kommen: »Suizid und aktive Sterbehilfe können ein glaubendes Sich-Fallen-Lassen in Gottes Verheißung des ewigen Lebenssein«.

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück