Biomedizin am Lebensanfang

Ausgabe: 2/2003

49. Jahrgang

Eduard Picker, Menschenwürde und Menschenleben. Das Auseinanderdriften zweier fundamentaler Werte als Ausdruck der wachsenden Relativierung des Menschen, Stuttgart (Klett- Cotta) 2002, 219 Seiten.

Schmitz, Dagmar

Die Würde des Menschen hat sich in den vergangenen Jahren zu einer zentralen Argumentationsfigur in medizinethischen, juristischen und politischen Debatten über neue Technologien vor allem in der Fortpflanzungsmedizin entwickelt. Die Suche nach Kriterien, die eine Zuschreibung von Menschenwürde ermöglichen bzw. deren moralische Verbindlichkeit begründen können, reicht von der bloßen Zugehörigkeit zur Gattung homo sapiens bis zu den personalen Eigenschaften eines Menschen. Neben dem Anwendungsbereich wird jedoch auch die inhaltliche Bedeutung der Menschenwürde immer wieder diskutiert. In der dritten Version des kategorischen Imperativs beispielsweise hat Kant diese als ein Instrumentalisierungsverbot interpretiert. Die Offenheit der Menschenwürde-Formel hinsichtlich sowohl ihrer inhaltlichen Bedeutung als auch ihres Anwendungsbereiches erweist sich heute im Hinblick auf ihre Schutzfunktion im Zusammenhang mit neuen Biotechnologien als besonders problematisch.

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