Beschneidung von minderjährigen Jungen

Ausgabe: 1/2014

60. Jahrgang

Gefährliche Körperverletzung im Namen der Religion? Kernfragen in der Beschneidungsdebatte aus ethischer Sicht

Brantl, Johannes

In der kontrovers geführten Debatte um die Zulässigkeit medizinisch nicht indizierter Beschneidungen von Jungen überlappen sich rechtliche und ethische Erwägungen. Dabei kristallisieren sich drei Kernfragen heraus: das fundamentale Recht auf körperliche Unversehrtheit, die Tragweite der elterlichen Sorge und die Auffassung des Grundrechtes der Religionsfreiheit. Dieser Beitrag kommt zu dem Schluss, dass sich aus ethischer Perspektive kaum zwingende Einwände gegen die Knabenbeschneidung aus religiösen oder anderen (kulturellen, sozialen, hygienischen etc.) Gründen erheben lassen. Dafür zeigt sich in der Auseinandersetzung um die Beschneidung, wie sehr Vorstellungen vom Menschsein das moralische und auch rechtliche Urteil begleiten bzw. bestimmen.

Tags: Religionsfreiheit theologische Anthropologie

The controversial debate about the lawfulness of circumcisions of boys, which are not medically indicated, includes overlapping considerations of a legal and ethical nature. There are three main questions which extract from the debate: the fundamental right of physical integrity, the scope of parental responsibility and the understanding of religious freedom. This article concludes that from an ethical perspective there are no compelling objections against male circumcision for religious or other reasons (such as culture, society or hygiene). However, it is apparent from the debate about circumcision, how much notions of personhood accompany and determine the moral and as well as the legal judgment.

Tags: freedom of faith theological anthropology

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