Beschneidung von minderjährigen Jungen

Ausgabe: 1/2014

60. Jahrgang

Monika Bobbert, Ärztliches Urteilen bei entscheidungsunfähigen Schwerkranken. Geschichte - Theorie - Ethik, Münster (mentis) 2012, 564 Seiten.

Buch, Alois Joh.

Bei dieser umfangreichen Studie handelt es sich um die überarbeitete Habilitationsschrift der Verf. Für ihr deutlich fokussiertes Thema benennt der - in seiner Reihung semantisch etwas überraschend wirkende - Untertitel zugleich die zentralen Akzentuierungen der inhaltlichen Durchführung. Für die gewählte Aufgabe, nämlich »die grundlegenden Fragen« vor allem im Kontext komplexer und strittiger »Fallproblematiken systematisch zu ordnen und zu klären« (19), deuten sie zugleich auf den interdisziplinären medizinethischen Zugang, worin die in solcher Klärung involvierten ›sozial-, institutionen- sowie individualethischen Perspektiven‹ (vgl. 18) in den Blick genommen werden. So verstandene Medizinethik, zumal in jeweiliger Rückbindung an klinische Praxis und darin anstehende Entscheidungsfindung speziell bezüglich der Frage der Behandlungsbegrenzung bei entscheidungsunfähigen Schwerkranken, sieht Verf. in ›unabdingbarem‹ Dialog nicht nur »mit der praktischen Philosophie bzw. theologischen Ethik sowie der Wissenschaftstheorie« (ebd.), sondern auch in Verwiesenheit auf Geschichts- und Sozialwissenschaften. Die Darlegung gliedert sich in insgesamt zehn Kapitel, deren erste vier Verf. vornehmlich als ›Bestandsaufnahmen‹ charakterisiert, während die vier folgenden Kapitel im engeren Sinne der medizinethischen Durchsicht und Verdeutlichung von relevanten Normen sachgerechten ärztlichen Urteilens sowie von häufig vorfindlichen Argumentationen besonders »im Zusammenhang mit Behandlungsbegrenzung« (19) gelten. Ein eigenes Kapitel ist dem theorie- wie praxisrelevanten Problem sachgerechten Entscheidens in solchen Situationen gewidmet, worin der Eindruck einer Unvereinbarkeit zwischen Angehörigeninteresse und Patientenwohl besteht. Das abschließende Kapitel will im Rahmen der vorausgehenden Erwägungen »ein eigenes ›hermeneutisch-normatives‹ Modell klinischer Ethikberatung« (20) vorlegen.

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