Ethik und Behinderung

Ausgabe: 3/2014

60. Jahrgang

»ein bißchen verkrüppelt, aber doch der Alte geblieben« - Kriegsinvalide im Ersten Weltkrieg

Ude-Koeller, Susanne

Der Erste Weltkrieg konfrontierte Staat und Medizin mit einer unerwartet hohen Zahl verletzter Soldaten. Der vorliegende medizinhistorische Beitrag bezieht Perspektiven der Disability Studies und Disability History ein, indem er Behinderungen nicht als medizinische Phänomene, sondern als gesellschaftliche Differenzkategorien thematisiert. Ausgehend von der Binnensegmentierung von Kriegsbeschädigungen fragt der Artikel nach den unterschiedlichen Konnotationen und der Bewertung von »Behinderungen« seitens der Medizin und Gesellschaft. Die Versorgungspolitik hielt für die Kriegsinvaliden Rehabilitationsangebote bereit, die sich an medizinischen Kategorien orientierten und die Kriegsversehrten anhand normativer Zuschreibungen hierarchisierte. Der (Teil-)Verlust der äußeren Extremitäten machte die Versehrten in der Propaganda zu »Beschädigten Helden«1. Dahingegen gestaltete sich die Integration der Gesichtsverletzten deutlich schwieriger. Die »Kriegsneurotiker« blieben als »Frontversager« vom »Dank des Vaterlandes« oft ausgeschlossen.

Tags: Kriegsinvalide physische/psychische Kriegsverletzungen

Tags: disabled veterans physical/mental war injuries

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