Bestattungskultur im Wandel

Ausgabe: 4/2014

60. Jahrgang

»Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie es mit seinen Toten umgeht« (Perikles, 493-429 v. Chr.)
Bestattung fehlgeborener Kinder

Schäfer, Klaus

Das Bestattungswesen zählt zu den ältesten Gegenständen gesellschaftlicher Konventionen und rechtlicher Regelungen. Dabei ging es, soweit sich das feststellen lässt, bereits sehr früh in der Menschheitsgeschichte nicht allein darum, schädlichen Einwirkungen der Verwesung auf die Lebenden vorzubeugen. Vielmehr wurde die schickliche Bestattung der Toten als eine heilige Pflicht betrachtet, die durch Pietät, altehrwürdige Sitte und religiöse Anschauungen, namentlich den Glauben an eine Fortexistenz im Jenseits, geprägt war.2 Auch in der heutigen Zeit muss das Friedhofs- und Bestattungsrecht, das wie jedes andere Recht nicht zuletzt eine ordnende und konfliktbewältigende Funktion hat, einen Ausgleich schaffen zwischen verschiedenen Belangen. Dazu zählen gesundheitliche und hygienische Aspekte, grundrechtlich geschützte Interessen der Verstorbenen und ihrer Angehörigen, Pietätsgefühle der Allgemeinheit, Gesichtspunkte des Umwelt- und Naturschutzes sowie der geordneten Stadtplanung.

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