Der aufgeklärte Patient in der Informationsgesellschaft

Ausgabe: 4/2001

47. Jahrgang

Eigenverantwortung als medizinethisches Rationierungskriterium

Dietrich, Frank

Der Artikel befasst sich mit der Diskussion über die Rationierung medizinischer Güter, die gegenwärtig in zahlreichen Ländern intensiv geführt wird. Der Autor vertritt die These, dass der Aspekt des Eigenverschuldens bei der Allokation knapper Gesundheitsgüter eine maßgebliche Rolle spielen sollte. Ausgehend von Ronald Dworkins Unterscheidung von »option luck« und »brute luck« wird zunächst geklärt, wann sinnvoll von Eigenverschulden gesprochen werden kann. Anschließend wird erörtert, unter welchen Bedingungen es gerechtfertigt ist, Personen nachrangig zu behandeln, deren Erkrankung sich auf gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen, wie z.B . exzessiven Alkoholkonsum, zurückführen lässt. Sodann wird das Kriterium des Eigenverschuldens im Kontext der privaten Krankenversicherung und des Klubs der Organspender betrachtet. Die Untersuchung zeigt, dass das Eigenverschulden ein geeigneteres Kriterium für die Rationierung knapper medizinischer Güter ist als alternativ zu erwägende Kriterien.

Tags: Eigenverschulden Organspende Ressourcen-Allokation Dworkin, Ronald

Tags: causal responsibility organ donation resource allocation rationing Dworkin, Ronald

Zum vollständigen Artikel | Artikel bestellen

Zurück