Klonen beim Menschen

Ausgabe: 2/2004

50. Jahrgang

Gentechnik und Gemeinwohl

Clague, Julie

Die hauptsächlich vorgebrachte moralische Rechtfertigung für Investitionen in Gentechnologien besteht in deren medizinischem Nutzen für die Menschheit. Allerdings hat die Bedeutung der humanitären Zielbestimmung jeder medizinischen Handlung in der bioethischen Literatur und den medizinischen Kodizes im Laufe des 20. Jahrhunderts deutlich abgenommen. Stattdessen wird häufiger die Förderung des Nutzens im Kontext der ärztlichen Pflicht zur Fürsorge gegenüber den Patienten erörtert. Dieser Beitrag zeigt, dass den wirtschaftlichen und sozialen Fragen, die im Rahmen ethischer Diskussionen der Genetik auftauchen, mit dem eingeschränkteren Sprachgebrauch des Begriffs Fürsorge nicht Genüge getan wird. Das Konzept des Gemeinwohls (oder der öffentlichen Fürsorge) erscheint dagegen anpassungsfähiger, um die sozialen Fragen, die von der Genetik aufgeworfen werden, angemessen zu beantworten.

Tags: Gemeinwohl

The chief moral justification for investment in genetic technologies is on the basis of their medical benefit to humanity. However, the humanitarian goal of medicine has come to play a less prominent role in the bioethical literature and medical codes over the course of the twentieth-century. Instead, the promotion of benefit is more frequently discussed in the context of a physician’s duty of beneficence to his or her patient. This study argues that the economic and social questions that emerge in ethical discussions of genetics are inadequately served by the more restrictive language of beneficence. The concept of the common good (or public welfare) offers a more versatile means to discuss the social questions that genetics poses.

Tags: common good

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