Klonen beim Menschen

Ausgabe: 2/2004

50. Jahrgang

Empirische Totipotenz und metaphysische Gattungszugehörigkeit bei der moralischen Beurteilung des vorgeburtlichen menschlichen Lebens

Reich, Jens

»El sueño de la razon produce monstruos« (Francesco Goya) Der Artikel entwickelt die Aussage, dass das empirische Kriterium der Totipotenz für die Anerkennung der metaphysischen Zugehörigkeit eines Objekts zur Menschheit nicht geeignet ist, weil es bei der Beurteilung des frühen vorgeburtlichen Lebens willkürlich gestaltbar und im Streitfall weder nachweisbar noch klar widerlegbar ist. Objekte, die durch Manipulieren und Zusammenfügen von menschlichen Bestandteilen gewonnen werden, gehören im metaphysischen (normativen) Sinn nicht der Gattung Mensch (der »Menschheitsfamilie «) an. Wer erzwingen will, dass sie in einer Schwangerschaft zur Geburt heranreifen, erzeugt ein stigmatisiertes menschenähnliches »Monster«, keinen Menschen, selbst wenn es körperlich menschengleich wäre. Dies führt auf ein kategorisches, metaphysisch begründetes Verbot jedes reproduktiven Klonens beim Menschen. Therapeutisches Klonen und andere zellbiologische Experimente an menschlichen Konstrukten sind aus dieser Position heraus nicht kategorisch verwerfbar. Daraus folgt noch nicht, dass sie einfach erlaubt seien.

Tags: Totipotenz

Tags: totipotency

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