Komplementäre und Alternative Medizin

Ausgabe: 4/2004

50. Jahrgang

Gerd Fasselt, Seelsorge, Sterbebegleitung und Sterbehilfe in der Palliativmedizin, in: Jahresund Tagungsbericht der Görresgesellschaft 2003 (Köln 2004), 91–102.

Buch, Alois Joh.

Signifikant in historischem Vergleich erscheint zudem der Verlust der »Selbstverständlichkeit« von Sterben und Tod, zumal diese sich im Kontext heutiger persönlicher und sozialer Lebensgestaltung überwiegend »ausgelagert […] in Krankenhäuser, Altenheime und Hospize« vollziehen, aber auch verdrängt werden durch die »Utopie einer leid- und schmerzfreien Gesellschaft« (92). Die ›ars moriendi‹ als lebenslange »Einübung des Sterbens« sei »weithin fremd geworden« (ebd.), der Sterbende bleibe so – oft zuvor schon isoliert – mehr denn je der Einsamkeit ausgesetzt. Eben hier sollen Verf. zufolge Sterbebegleitung und Sterbebeistand ansetzen, eine Aufgabe, die speziell im Krankenhaus Pflegende und Ärzte herausfordert. Für letztere meint dies Lebenshilfe vornehmlich in Form angemessener Schmerztherapie, die in ethisch akzeptabler Weise zu einem ›erträglichen Sterbeprozess‹ beiträgt. Dies bilde, eingebunden in eine palliative Therapie als »ganzheitliche mitmenschliche Begleitung«, eine »überzeugende Alternative zur sog. aktiven Sterbehilfe«.

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