Der leidende Patient - Antworten der modernen Medizin

Ausgabe: 3/2006
(nur Online verfügbar)

52. Jahrgang

"Da brauchen Sie erst gar nicht mehr hin", Arbeit mit komatösen Patienten

Löffler, Johannes

Diesen Satz hörte ich auf einer Intensivstation. Er wurde verstärkt durch den Hinweis auf ein verabreichtes Medikament, das angeblich nachweislich jede Erinnerung auf ein Minimum reduziere. Ich frage: Ist das mein Kriterium, wenn ich mit komatösen Patienten arbeite? Ist es nicht ein Wert an sich, dass ein Patient zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens an einem bestimmten Ort Zuwendung erfährt? In Max Frisch’s »Andorra« heißt es über den Juden: »Die meisten Andorraner taten ihm nichts« – also auch nichts Gutes. Im Folgenden berichte ich aus meiner Seelsorgearbeit mit der 64-jährigen, komatösen Patientin Klang1 im Klinikum Großhadern im Rahmen eines Forschungsprojektes im November 2003: Nach einer Infektion wurde Frau Klang die rechte Schädeldecke entnommen, nach Abheilung soll ihr diese wieder eingesetzt werden. Frau Klang liegt seit einiger Zeit im Koma, in der Hand hält sie eine leere Kanüle, da sie immer greifen möchte.

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