Bioethik in Ostmittel- und Osteuropa

Ausgabe: 4/2007

53. Jahrgang

Zum gegenwärtigen Stand der Bioethik in Ungarn

Jobbágyi, Gábor;Nyéky, Kálmán

Im Falle aktiver Sterbehilfe wird eine vorsätzliche Handlung durchgeführt, im Falle passiver Sterbehilfe beinhaltet die Handlung die Unterlassung medizinischer Behandlung. «Gemäß der ungarischen Ärztekammer wird der ärztliche Eid mit dem Anspruch, zu heilen und Leid zu mindern, geleistet, so dass die Beendigung des Lebens nicht vor ihrem natürlichen Zeitpunkt vollzogen werden darf, da jede in Übereinstimmung mit einem solchen Ziel durchgeführte Handlung mit medizinischer Ethik unvereinbar sei. Der Begriff der terminalen pallativen Medizin soll im Endstadium einer Krankheit als Behandlung eingeführt werden. Dieses neue Konzept hängt nicht mit dem der passiven Sterbehilfe zusammen, sondern sieht vielmehr die in der terminalen Phase durchgeführte medizinische Behandlung mit dem Ziel vor, »körperliche und seelische Leiden von Patienten zu lindern, deren Krankheit gemäß dem Stand medizinischen Wissens zum gegebenen Zeitpunkt als unheilbar betrachtet wird«. Der Arzt soll in solchen Fällen die Beendigung der sich als unwirksam erweisenden Behandlung vorschlagen und eine angemessene Behandlung empfehlen, die die kontinuierliche Flüssigkeitsversorgung und, wenn möglich, Ernährung gewährleistet, um Dehydrierung und Hungerleiden zu verhindern. Terminale palliative Medizin kann ausschließlich angewandt werden, wenn die Beteiligten angemessen informiert sind und die nötige Einwilligung vom Patienten oder, wenn er/sie nicht mehr dazu in der Lage ist, von den Angehörigen eingeholt wurden.

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