Entscheidungen am Lebensende

Ausgabe: 2/2008
(nur Online verfügbar)

54. Jahrgang

Der marginalisierte Patient – medizinische Realität oder polemische Fiktion?

Körtner, Ulrich H. J.

Der Begriff hat eine dreifache Bedeutung: Erstens sind Patientengruppen gemeint, die von unserem Gesundheitssystem, sei es in der Therapie, sei es in der Forschung, gegenüber der Mehrheit der Patienten vernachlässigt werden. Man denke zum Beispiel an Patienten mit einer besonders seltenen und daher kaum erforschten Krankheit. Zweitens geht es darum, dass bestimmte Menschen aufgrund ihrer Erkrankung gesellschaftlich marginalisiert und stigmatisiert werden. Aids oder psychische Erkrankungen führen noch immer zur Stigmatisierung und damit auch zur Marginalisierung von betroffenen Patienten. Drittens ist schließlich auch davon zu reden, dass der Medizinbetrieb den Menschen als Patienten in gewisser Hinsicht grundsätzlich marginalisiert. Das ist eine soziologische Erkenntnis, die sich vor allem der funktionalen Systemtheorie verdankt.

Tags: interkulturelle Medizin- und Pflegeethik Health Care Gerechtigkeit

»Marginalization« is not only a descriptive category in modern sociology but also a polemic expression of political controversies. The article discusses the usefulness but also the theoretical problems of the term »marginalization« in the context of medical ethics. The topic »The Marginalised Patient« alludes to three facts: first to groups of patients that, compared to the majority, are neglected by our health care system, both in therapy and in research; second to specific people who are marginalised and stigmatised in our society because of their disease; and third to the fact that the medical service as such marginalises the human being as a patient. The latter point is a sociological finding which owes much to the perspective of functional systems theory.

Tags: intercultural medical ethics and nursing ethics health care justice

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