Ethik in der Psychiatrie – Probleme und Perspektiven

Ausgabe: 3/2008

54. Jahrgang

Ethik in der Psychiatrie

Helmchen, Hanfried

Skizziert werden allgemeine normative Orientierungen (Respektierung der Men schenwürde, Vermeidung von Schaden für Leib und Leben), die als für das Handeln des Arztes spezifizierte ethische Prinzipien in Kodices festgehalten und dort durch arztspezifische Prinzipien (Wohl des Kranken, Schweigepflicht etc.) ergänzt sind. Ihre Verbindlichkeit im Kontext tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen wird diskutiert. Ethisch von zentraler Bedeutung ist der Wandel in der Wahrnehmung des psychisch Kranken hin zu einer Einstellung, die auf seine inhärente Würde fokussiert, d. h. ihn in seinen Bedürfnissen wie auch in seiner spezifischen Verletzlichkeit ernst nimmt und gleichzeitig sein Selbstbestimmungsrecht respektiert. Da aber psychische Krankheit häufiger als andere Krankheiten die in der Einwilligungsfähigkeit erfassbare Selbst bestimmbar keit des Kranken beeinträchtigt, gehört es zur besonderen Verantwortung des Psychiaters, die Einwilligungsfähigkeit des psychisch Kranken zutreffend zu erfassen. Konflikte können sich daraus ergeben, dass ethische Prinzipien wie Handeln zum Wohl des Kranken und Respektierung seines Willens oder Individualwohl und Gemeinwohl im konkreten Fall einander widersprechen. Dies wird anhand einiger Beispiele (Zwangsbehandlung, psychiatrische Langzeitmedikation; placebokontrollierte Prüfung von Psychopharmaka, Anwendung von Antidementiva) veranschaulicht.

Tags: Einwilligungsfähigkeit Zwangsbehandlung placebokontrollierte Prüfung Antidementiva

Tags: capacity to consent treatment with force placebo controlled testing antidementia drugs

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