Personalität und Körperlichkeit des Menschen

Ausgabe: 3/2002
(nur Online verfügbar)

48. Jahrgang

Kipke, Roland, Mensch und Person. Der Begriff der Person in der Bioethik und die Frage nach dem Lebensrecht aller Menschen, Berlin (Logos) 2001 (Berliner Arbeiten zur Erziehungsund Kulturwissenschaft; Bd. 8), 118 Seiten.

Wildfeuer, Armin G.

Dem Personbegriff ist in der neueren bioethischen Debatte für die Beantwortung der Frage nach dem moralischen Status bzw. dem individuellen Lebensrecht des Menschen eine Schlüsselstellung zugewachsen. Als quaestio vexata dieser Debatten darf die Frage gelten, ob allen Menschen in allen Stadien ihrer Entwicklung Personsein, mithin auch ein gleiches individuelles Lebensrecht zukommt, anders gewendet, ob die Begriffe Mensch und Person koextensiv oder nicht zu gebrauchen sind. Die Arbeit von Roland Kipke, die aus einer Magisterarbeit am Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin hervorgegangen ist und die auf der Cover-Rückseite mit einer höflich-anerkennenden Bemerkung Robert Spaemanns (»[…] eine ungewöhnlich gute, gründliche, wohldurchdachte Arbeit, aus der ich noch manches gelernt habe […]«) beworben wird, nimmt sich dieser Fragestellung »an der Schnittstelle zwischen Ethik und Anthropologie« (12) mit dem Ziel an, die vorliegenden Konzepte und ihre Argumentationen in ihren wesentlichen Grundzügen zu erfassen, zu analysieren und »auf ihre Überzeugungskraft hin« (10) kritisch zu überprüfen. Immanent versucht der Vf. zu prüfen, ob die einzelnen Ansätze ihr Begründungsziel auf der Basis ihrer begrifflich-theoretischen Voraussetzungen erreichen, und ob aus ihnen nicht-intendierte Konsequenzen theoretischer oder praktischer Art hervorgehen, die ihre Akzeptanz verringern müssen. Transgrediente Überprüfungskriterien sind zum einen die Leistungsfähigkeit der einzelnen Konzepte für die durch sie ermöglichte »moralische Unterscheidung « der Ansprüche von Personen und Nicht-Personen, zum anderen ihre Plausibilität »vor dem Hintergrund eines in der sprachlichen Verständigung und in der Praxis unseres Handelns verankerten menschlichen Selbstverständnisses und einer ebensolchen lebensweltlich verankerten Alltagsontologie« (15, vgl. 46f). etc.) usw.

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