Selbstbestimmung am Ende des Lebens

Ausgabe: 4/2009

55. Jahrgang

PEG-Sonde und Patientenwille

Schönhof, Bärbel

Bereits im Jahre 1993 hat sie ihre Kinder bevollmächtigt, alle Angelegenheiten für sie entscheiden zu können, sofern sie nicht mehr dazu in der Lage ist. Im Jahre 2002 wird erneut eine Vorsorgevollmacht den Kindern erteilt und eine Patientenverfügung mit dem ausdrücklichen Willen, dass bei Frau B. »keine lebensverlängernden Maßnahmen« ergriffen und »keine künstliche Ernährung (z. B. PEG Sonde)« durchgeführt werden sollen. Die PEG wurde zwar im Jahre 2003 gelegt, sollte jedoch nicht als lebensverlängernde Maßnahme, sondern als vorübergehende medizinisch notwendige Maßnahme zur Überbrückung von Schluckstörungen dienen und im Jahre 2005 wieder entfernt werden. Sie verblieb jedoch auf Intervention des Pflegeheims und wurde weiterhin zusätzlich für die Nahrungszufuhr genutzt. Im Jahre 2005 dokumentierte der damalige Hausarzt, dass Frau B. im klaren Zustand ihm gegenüber den Inhalt der Patientenverfügung noch einmal bekräftigte und äußerte, dass »sie sich mittlerweile in einem Alter befände, in dem es nicht mehr unter allen Umständen darauf ankäme, dass man ihr Leben künstlich verlängern würde, und sie nicht mit Hilfe aller Technik am Leben erhalten werden wolle. Sie wolle eines natürlichen Todes sterben.«

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