Selbstbestimmung am Ende des Lebens

Ausgabe: 4/2009

55. Jahrgang

Juristischer Kommentar zum Fallbericht

Schönhof, Bärbel

Das bedeutet auch, dass jegliches Handeln eines Arztes ausschließlich im Willen des Patienten seine Legitimation findet: Die Beachtung des Patientenwillens ist oberste Leitlinie des ärztlichen Handelns. Fehlt es bei einer ärztlichen Behandlung am Willen des Patienten, handelt der Arzt nicht rechtmäßig, sondern macht sich wegen einer Körperverletzung oder fahrlässigen Tötung strafbar. Das Grundgesetz schützt in Artikel 2 den Patienten vor Fremdbestimmung gegen den eigenen geäußerten und mutmaßlichen Willen. Es schützt in Artikel 2 aber auch den Lebenswilligen vor Tötung und begründet die Pflicht zu seiner Versorgung, Hilfe und Behandlung, wenn dies dem Patientenwillen entspricht. Das bedeutet: Es gibt ein Recht auf Leben, aber keine Pflicht zu Leben! Das Recht auf Selbstbestimmung beinhaltet daher auch das Recht, sein eigenes Leben zu beenden, sei es durch Suizid oder durch Verweigerung Zustandsverlängernder Maßnahmen. Deshalb findet auch die standesrechtliche Pflicht des Arztes, Leben zu erhalten, ihre Grenze im entgegenstehenden Patientenwillen. Die Legitimation ärztlichen Handelns kann also nur vom willensfähigen Patienten kommen.

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