Verantwortliches Entscheiden in der Medizin

Ausgabe: 3/2010

56. Jahrgang

Human sterben – wie geht das? Ein Gestaltungskonzept wider das Töten am Lebensende

Schmitt, Hanspeter

Die seit Jahren vielerorts geführten Debatten über Wege und Grundlagen humanen Sterbens sind gesellschaftlich und kulturell notwendig, drohen aber, sich auf die Frage der rechtlichen wie moralischen Erlaubtheit möglicher Tötungshandlungen am Lebensende zu versteifen. Demgegenüber ist es von Bedeutung, die Gestaltbarkeit des Sterbens im Sinne einer sozial verlässlichen, menschlich kompetenten, zugleich umfassenden Begleitung und Formung des Sterbeprozesses zu betonen. Dabei kommen die hierfür unabdingbaren pflegerischen, kommunikativen, existentiellen, institutionellen, evaluativen, medialen und normativen Aspekte konsequent und aufeinander abgestimmt zur Sprache. Hermeneutische Voraussetzung eines solchen, auch christlich favorisierten bzw. mitgetragenen Gestaltungskonzeptes ist eine Anthropologie, die dem Sterben jedes Menschen – trotz des Charakters radikaler Zumutung – Sinn und unverlierbare Würde zutraut, sofern die darin sich zeigende Verwiesenheit solidarisch und schöpferisch aufgenommen wird.

Tags: Anthropologie

Tags: anthropology

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