Verantwortliches Entscheiden in der Medizin

Ausgabe: 3/2010

56. Jahrgang

Matthias Kettner (Hrsg.), Wunscherfüllende Medizin. Ärztliche Behandlung im Dienst von Selbstverwirklichung und Lebensplanung, Frankfurt a. M./New York (Campus) 2009 (Kultur der Medizin; Bd. 27), 338 Seiten

Müller, Oliver

Die Aufgabe der Medizin scheint schlicht die professionelle, therapeutische Hilfe für kranke Menschen zu sein, die in der Integration von aktuellem naturwissenschaftlichem Fachwissen und Erfahrung aus der Praxis besteht. Doch abgesehen davon, dass diese Idylle des in medizinischen Entscheidungen von ökonomischen Interessen unabhängigen Arztes erst mit der Demokratisierung der Krankenversorgung durch die Krankenkassen zu einem breiten gesellschaftlichen Konsens werden konnte, hat sich dies in den letzten Jahren fundamental geändert: Medizintechnologien erscheinen nicht mehr nur im Lichte bestmöglicher Therapien, sondern sie werden zu Anthropotechniken, mittels derer Menschen ihr Leben gestalten können. Dass infolgedessen immer häufiger vom »Kunden« statt vom »Patienten« geredet wird, erlaubt es in der Tat, von einer Situation des »Umbruchs« (Giovanni Maio) in der Medizin zu reden.

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